Das fliegende Nagetier

Ihr müßt heute langsam lesen, weil ich nicht so schnell tippen kann… um meinen linken Daumen habe ich einen Lappen mit Eiswürfel gewickelt, was die Tippgeschwindigkeit deutlich reduziert.

Und warum das alles?

Weil Frau Vögelchen (wie sich herausstellte) keinen Bock auf Pediküre hatte.

Wir hatten uns Sorgen um Lilly gemacht, weil sie nur verpennt in der Ecke hockte, ab und zu würgt sie ein bißchen und niest. Das Verpennte könnte von der Mauser kommen, und bei dem „Wiederkäuen“ frage ich mich, ob sie sich das vielleicht angewöhnt hat, weil sie in ihrem alten Domizil keine Steinchen als Verdauungshilfe picken konnte. Aber halt alles nur Vermutungen, und wenn sie dann vor sich hin fluffelt, sieht sie ziemlich Badeenten-förmig aus und ich fragte mich, ob sie jetzt einen dicken Kropf hat oder nicht.

Da sowieso noch ein Pediküretermin für beide Geier ausstand, wollte ich die Gelegenheit nutzen und den verpennten gelben Ball pflücken, da kann man außer Krällchen knipsen auch gleich mal den Kropf abtasten.

Der herzallerliebste Schatz wies noch darauf hin, daß ich ohne Handschuhe ins Gefecht ziehe, aber ich halte Sherlock für pfiffig genug, daß er beim Anblick der Handschuhe warnt, „und außerdem hat sie ja nicht so einen Anpreßdruck wie er.“

Guter Witz.

Beim zweiten Anlauf hatte ich sie mit der Hand gefangen, das ging auch recht unaufgeregt, und dann hatte ICH ein kleines Adrenalinproblem, weil sich Madame mit ihrem rosigen, kleinen Minischnabel in die Oberseite meines Daumens verbissen hatte und sich da systematisch a la Dosenöffner entlang nagte. Morgen trage ich vermutlich unfreiwillig einen blauen Daumenring.

Folgende Versuchsanordnung: zappelnder und nagender Vogel, für dessen Bändigung zwei Hände gebraucht werden, und Handschuhe in der Hosentasche, plus geringfügiger Zeitdruck, weil Frau Vögelchen inzwischen eine gewisse Routine entwickelt hatte.

Wir lösten das Problem, indem sie erstmal einen Handschuh ohne Inhalt zum knabbern bekam, da hat sie sich auch gleich energisch rein verbissen, über meine rechte Hand zog der herzallerliebste Schatz den zweiten Handschuh und dann konnte ich das kleine, gelbe Nagetier etwas entspannter festhalten.

Krällchen wurden gekürzt, der Kropf fühlte sich nicht hart an, und Frau Vögelchen bekam ein Basilikumblatt zum Trost.

(Warum eigentlich? SIE wurde ja nicht gebissen…)

Bißchen angepißt war sie aber doch, als Sherlock sie später nervte, hat sie zurückgehackt. Danach war erstmal Action in der Voliere.

Heute abend ist Sherlock dran, dann sind morgen wenigstens beide sauer auf uns.

4 Kommentare zu “Das fliegende Nagetier

  1. Wieso muss ich eigentlich gerade breit grinsen???

    Ich weiß noch, wie gut das tat, als sich Rocky (Wellensittich mit Hau wech) in meinen Finger festgebissen hatte.
    Ich leide dann mal leise mit und versuche nun nicht mehr zu grinsen *sorry*

    GLG Josi und die Fellflusen

    • Wenn es nicht so wehtun würde, würde ich auch selber grinsen 😉 . Es ist -wenn es nicht gerade der eigene Finger ist- zum totlachen, wenn sich Frau Vögelchen mit konzentrierter Miene in die Freiheit knabbern will. Fehlt nur noch, daß sie wie im Uli-Stein-Comic ruft „Ich hab sie!“.

  2. Auuuuua ich hab da gleich wieder Phantomschmerzen von unsrem Ausflug zur Vogelburg als mich dieses kleine rosarote Fellknäuel gezwickt hat weil es ihr mit dem Körnchennachschub zu langsam ging.. Aber böse sein kann man ihnen auch nicht lange, oder?
    Hoff dein FInger heilt wieder ganz schnell!

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