Trick 17 mit Vogelüberlistung

Seit einiger Zeit gibt uns Lilly Rätsel auf: wenn sie irgendwo in „Parkposition“ sitzt, sieht sie aus wie eine kleine Badeente. Soweit sehr putzig, die Frage war nur, ob das so normal ist oder mit ihrem Kropf was nicht stimmt. Außerdem würgt sie ihr Essen wieder hoch, wenn sie so zusammengemummelt gesessen hat.

Essen hochwürgen sollte eigentlich Sherlock, um die Dame zu füttern, aber der liebt nur seinen Fuß.

Da ich dank den Hühnern über die Tierarztsprechstundenzeiten besser informiert war, als mir lieb ist, schmiedete ich einen heimtückischen Plan:

Man wähle einen Mittwoch, wo abends Sprechstunde ist, genehmige den Vögelchen um 18 Uhr nochmal einen Ausflug, serviere einen so tollen Apfelbaumzweig, daß Sherlock einen kompletten Ausraster bekommt und Lilly aus dem Käfig schmeißt (Meins! ALLES meins!!!) und biete dem kleinen gelben Vogel ein großes, grünes Blatt im Transportkäfig an.

Was soll ich sagen – daß Männer berechenbar sind, gilt offenbar auch für Sittiche. Es lief ab wie eine gut geplante Choreographie. Sherlock war so glücklich mit dem Ast, daß er den Verlust der Dame komplett ignorierte. Stielaugen bekam er nur, als Lilly zufrieden ihren Löwenzahn mümmelte. Und Lilly saß ohne irgendwelchen Streß oder Hektik hinter Schloß und Riegel.

Die Wartezeit war heute ungewöhnlich lang, Lilly wurde von einem großen Ridgeback besichtigt („ui, das kleine, gelbe Ding bewegt sich ja?!“) und dann -selbstverständlich wild um sich nagend- fachmännisch abgetastet.

Wir hatten ja schon befunden, daß zumindest nichts fest und geschwollen ist, jetzt wissen wir auch, daß nicht irgendwas drinsteckt, was da nicht reingehört. Ob es jetzt eine Marotte ist, weil sie gerne Nachwuchs füttern würde, oder ob sie sich das „Wiederkäuen“ angewöhnt hat, weil sie früher keine Gritkörnchen bekam, bleibt erstmal ihr Geheimnis.

Allerdings wirkte sie bei dem Transport so freundlich interessiert, daß ich jetzt mal testen will, ob sie in den Käfig steigt und ich mit ihr einen Mädelsnachmittag auf der Terasse machen kann. Wenn das gut klappt, kann man für nächstes Jahr über einen Sonnenparkplatz draußen nachdenken.

Sherlock dreht in dem kleinen Käfig total durch, das wird einen ganzen Winter brauchen (und einen sehr hungrigen Sittich), bis der sich daran gewöhnt hat.

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