Milben meucheln mit Feuer und Schwert

…bzw. mit Dampf-Ente und Heißluftpistole, weil ich bei dem knochentrockenen Gebälk für echte Flammen doch zu feige war („liebe Hühner, die gute Nachricht: die Milben sind weg. Aber dürfte ich euch für die nächsten Nächte ins Wohnzimmer bitten..?“).

Der Heißluftfön hatte ordentlich Dampf und hat bei den Balken den uralten Teeranstrich wiederbelebt, wodurch die Biester stilecht geteert und gefedert wurden. An weniger unempfindlichen Teilen kam die Dampf-Ente zum Einsatz, im Grundprinzip nicht schlecht, für einen ungiftigen Massenmord war sie aber bißchen zu schwach auf der Brust, weshalb der Postbote heute morgen einen Dampfreiniger der Einsteigerklasse ablieferte.

Leider machte mir Petrus dann einen Strich durch die Rechnung, bei Regen werde ich nicht mit Kabeltrommeln und diversen Strippen quer durch den Garten experimentieren.

Nachdem es mich nach dem ersten Gefecht trotz gründlicher Dekontamination (wir wollen ja nicht, daß die Viecher eine Zweigstelle bei den Sittichen in der Küche einrichten) noch stundenlang kribbelte und krabbelte, las ich mit steigendem Wohlwollen Worte wie „Knock-down-Effekt“ und „Kill-Effekt“ auf der Packung des im ersten Zorn mitbestellten chemischen Kampfmittels.

Da ich zahlenmäßig deutlich unterlegen bin, werde ich mich mal von der chemischen Industrie unterstützen lassen, danach kann Heißluft und Dampf die fiesen Krabbler in ihre Schranken verweisen – schließlich will man ja nicht regelmäßig einen übelst nach Paral stinkenden Hühnerstall haben.

Houdini ist übrigens ein äußerst pfiffiges Huhn: während die Sachsenhühner ihre Milben-Schutzhaft im unverseuchten Gluckenstall nicht so recht zu würdigen wußten, hat sich Houdini anscheinend an die ungestörten Nächte im „Krankenhaus“ erinnert und kam gestern abend quer durch den Garten gedackelt, um sich selber da einzuparken.

Houdini

Houdini

10 Kommentare zu “Milben meucheln mit Feuer und Schwert

  1. Vorbeugend zukünftig Sitzstangen und sonstiges Gebälk mit Schmierseife einschmieren – morgens, wenn Hühnchen auf Tour sind. Duftet, und sorgt zuverlässig dafür, daß sich da niemand mehr einnistet. Ich hatte noch nie Milben, klopf, klopf, klopf. (Äh – meine Hühner auch nicht… 😉

    • Stimmt, das dürfte sehr wohlduftend sein. Und wie oft erneuerst Du den „Anstrich“? Da ich den derzeitigen Spaß ja auch einem vielgepriesenen „wir hatten seitdem nie mehr Milben“-Mittel verdanke, frage ich mich, ob meine Milben irgendwie leidensfähiger sind als andere 12

      • Naja, nun sind die Sommer hier nie sehr heiß,… ich mach das mit der Schmierseife vielleicht drei-, viermal im Jahr. Einfach bißl Seife auf die Handfläche und damit über alle Sitzstangen.

        • Ich werde hier gerade ziemlich neidisch… Oder vielleicht sind meine Hühner einfach besonders ergiebig und wohlschmeckend?
          Auf jeden Fall ist der Stall zu milbenfreundlich gebaut, als nächste Aktion werden sämtliche Fugen mit Acryl verkleistert, dann ist die Milben-Kita geschlossen.

          • Mein Stall ist ein alter Bauwagen, auch jede Menge Fugen und Ritzen. Einmal hab ich auch gepudert (Kieselgur?) und das Zeug kommt in großen Abstanden auch ins Staubbad. Aber da scheine ich ja wirklich Glück zu haben.

  2. Ja, die Milben sind wirklich ein Graus! Von der Schmierseife hatte ich noch nie gehört, aber bei uns hat ’s auch so viele Fugen und Ritzen. Seither haben wir gepudert, aber für die Lunge ist das keine Freude…

    • Houdini ist eine Kreuzung aus Lachshuhn und Jersey Giant, deshalb deutlich größer als ein Legehuhn. Ihre Schwester habe ich als Glucke verkauft, der neue Eigentümer war angemessen beeindruckt (wenn die Damen sauer werden, ist halt auch richtig was los – Beschreibungen, wie man ein Huhn mit einer Hand bändigt, sind für mich hier ziemlich witzlos).

  3. Und ich hab mich immer gefragt, wer so eine Dampfente hat 🙂
    Ich bin aber erfreut zu hören, dass es den Damen so weit gut geht.

    Oh mit Kabel quer durch den Garten endete bei mir beim Rasenmähen mit einem „Oh, das ist aber ein hässlicher Ast, der da quer über den Weg wächst“ und kappte mit der Astschere das Ding. Als Funken flogen war mir dann auch klar, dass der hässliche Ast mein geliebtes 30-Meter-Rasenmäher-Kabel war…

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