Rotlichtbezirk

Glaubt man dem Zoohandel, dann braucht so ein Vögelchen eine tolle Sitzstange als Parkplatz. Und einen Trinknapf, und eine Badewanne.
In der Praxis sieht das dann so aus, daß der gelbe Lillyvogel partout in Trinknapf baden will, der Trinknapf deshalb konfisziert wird (außer, es haben beide Geier nachweislich schon geplanscht), getrunken wird aus dem Pool und Sherlock parkt nicht auf der Sitzstange, sondern nutzt den leeren Haltering vom Trinknapf als Lieblingsparkplatz.
Ich unterstelle, es hat was damit zu tun, das man so schön seine Wampe in den Ring hängen kann und den Schwanz abstützen, das entlastet die Beinchen.
Auf dem Ring parkt er schon seit Monaten, und er muß es wirklich toll finden, weil die Vögelchen am liebsten weit oben sitzen, und das Ding ist so auf halber Höhe.
Keine Regel ohne Ausnahme, vorgestern konnte ich mir das Elend mit der bibbernden Lilly nicht mehr mit anschauen und ich habe die Schweinelampe ausgegraben, die irgendwann mal für beleidigte Nebenhöhlen angeschafft wurde und sich seit fast 20 Jahren langweilt (zumindest funktioniert das Ding, seit es im Haus ist, gab es keine Probleme mehr…).
Frühere Tests mit Wärmelampe hatten nie geklappt, den Vögeln war es eher verdächtig.
Ich stöpselte das Ding ein, zielte auf Lillys Sitzplatz, sie schaute verwirrt und wurde dann immer breiter. Frau Vögelchen sah deutlich wohlgelaunter aus, wärmte sich zufrieden ihren Popo und schwirrte später auf einen anderen Platz. Allzu lange kann man die Lampe sowieso nicht brennen lassen.
Sherlock blieb skeptisch.
Gestern hatten beide morgens gebadet, es war noch relativ kühl und Lilly hockte wieder auf dem Seil, mit der Sprechblase „hier war´s gestern aber wärmer“ über dem Köpfchen.
Der herzallerliebste Schatz stöpselte die Wellnessautomatik ein, Lilly war entzückt und grillte sich zufrieden von allen Seiten.
Dann beschloß die verwöhnte grüne Ratte, das kann ja gar nicht sein, daß es der Dame da so gut gefällt, und stürzte sich eifersüchtig auf Lilly.
Die dachte gar nicht daran, ihren neuen Lieblingsplatz aufzugeben, wurde SEHR groß (sie sieht dann aus wie eine Sinalco-Flasche), sperrte ihr Schnäbelchen auf und verteidigte sich energisch.
Am Ende war es unentschieden, Sherlock hat sie erfolgreich verscheucht, und sie ist genauso erfolgreich einmal rundgeflogen und saß dann wieder auf dem Seil.
Und jetzt ratet mal, wer seit heute einen neuen Lieblingsplatz hat und statt auf dem Ring stur auf dem Seil hockt, egal, ob es da warm ist oder nicht…
Er ist echt ein verwöhnter kleiner Fratz.
ziegensittich.jpg

2 Kommentare zu “Rotlichtbezirk

  1. mensch Drosselchen, so ein Vögelchen ist doch auch ein individuum und bevorzugt sla solches auch individuelle Lösungen
    akzeptier‘ das doch einfach, dann hats Du auch weniger „Kopfschmerzen“
    Grüße
    Hajo

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