Meinungsmache dank Rundfunkgebühren

Vorhin in Frontal21: tiefbetroffener Blick in die Kamera wegen dem Thema „Antisemitismus aus der Mitte der Gesellschaft“.
Die „Mitte der Gesellschaft“ war in diesem Fall das Internet, was für mich jetzt weder „Mitte“ noch „Gesellschaftsquerschnitt“ wiederspiegelt, eher ist es umgekehrt, die Normalen halten die Klappe und wer am wenigsten Hirn hat, ist am mitteilungsfreudigsten, gutes Beispiel sind viele Youtube-Kommentare oder Amazon-Rezensionen im Einsternebereich.
Wie auch immer, jedenfalls wurden da fleißig Bildschirme abgefilmt und judenfeindliche Kommentare nochmal extra markiert, damit jeder weiß, wo er lesen muß.
Liebe Frontal21-Macher/innen (das muß ja heutzutage sein für die politisch Korrekten): wir leben im Jahr 2014.
Dank diverser Fußball-Events hat fast jeder einen Fernseher, so groß wie eine Plakatwand, und wir können zwar nicht das Kleingedruckte einer Telekom-Anzeige entziffern (seltsam, eigentlich…), aber daß die Schreiber der bösen Zeilen nicht Stefan, Michael oder Thomas hießen, sondern es tendenziell in Richtung Abdul & Co. ging, konnte man sehr gut lesen.
Aber berufsbedingt linke Gutmenschen haben vermutlich ein kleines Schubladenproblem, wenn der „böse Nazi“ plötzlich ein Ausländer ist – dumm gelaufen.
ICH hätte für meine Zwangsgebühren eigentlich erwartet, daß dann eben das Problem „Antisemitismus bei Ausländern“ journalistisch abgehandelt wird.
Aber weil nicht sein kann, was nicht sein darf, und damit die Schubladen weiter schön passen, wird ab morgen in den Zeitungen die „judenfeindliche Mitte der Gesellschaft“ unkritisch übernommen werden.
Mich nervt sowas.
Und weil ich hier daheim bin, darf ich auch mal Dampf ablassen – Leserbriefe werden zu oft beim Kürzen verfälscht, wenn die Richtung nicht genehm ist.
Morgen gibt´s hier wieder Federvieh, versprochen.

4 Kommentare zu “Meinungsmache dank Rundfunkgebühren

  1. Hatte ich schon erwähnt, dass ich kaum noch Fernseh, sondern mehr DVD schau? ich find das teilweise ganz schlimm, was da kommt und bei vielen Sendungen sitz ich dnn nach 5 Minuten mit geschwollenem Kamm auf der Couch und reg mich auf 😦
    Das Schlimme daran ist, dass vermutlich den wenigstens diese „Schönheitsfehler“ aufgefallen sind. Seufz.Die springen fröhlich auf den Zug mit auf und klinken sich in die Parolen mit ein…

    Mit den Zwangsgebühren-Typen hatte ich auch schon meinen Spaß. Die wollten nämlich von meinem Schatz UND mir die Gebühren. Ja genau. Dann habe ich denen in einem netten Schreiben erst einmal die Sachlage erläutert, dass ja nur einmal pro Haushalt gezahlt werden muss und er bei mir wohnt und deswegen das ganze bereits über meinen Zangsbetrag abgedeckt ist… hat natürlich beim ersten Mal nicht gefruchtet. Beim X-ten mal habe ich dann ganz zart erwähnt, dass ich die Sache meinem Anwalt übergeben werde, wenn sie nicht sofort aufhören Forderungen zu stellen, die totaler Quatsch sind. Dann kam komischerweise sofort ein Schreiben, dass ja alles OK sei… Das man immer erst laut werden muss :-/

    • Wir hatten eine ähnliche Diskussion dank Homeoffice vom herzallerliebsten Schatz – wäre ja viel schöner, wenn er für die dienstliche PC-Nutzung nochmal für „neuartige Empfangsgeräte“ zahlen würde, auch wenn´s da bei uns mangels Netzabdeckung nix zu empfangen gibt… Das Thema ist jetzt nach einem ziemlich grantigen Schmipfbrief durch, als er noch das Büro in der Zivilisation hatte, durften wir zweimal zahlen – einmal für seinen Namen in korrekter Schreibweise und einmal für die selbe Adresse, nur mit Schreibfehler. Dank wildesten Drohbriefen und da der Staat ja quasi alle Mittel einsetzen darf, um auch nur an 5 € zu kommen, die ihm angeblich zustehen, hatten wir erst gezahlt und dann die Kohle wieder mühsam zurückgekämpft, weil wir Angst hatten, daß die Arschlöcher uns per Inkasso das Konto dicht machen, solange sie glauben, sie seinen im Recht.
      Hatten wir mit dem Finanzamt auch schon erlebt.

  2. Das Thema GEZ Gebühren sollte einfach mal grundlegend überdacht werden. Die Beitragspflichten können doch im Grunde garnicht mehr nachvollziehen, warum diese Gebühren tatsächlich entstehen. Ein wenig mehr Aufklärung würde dem ein oder anderen sicherlich auch eine große Hilfe sein.

    • Ich denke, die Akzeptanz würde schon steigen, wenn wirklich nur Projekte mit Informationswert finanziert würden. Ich brauche weder Fußball noch Mutantenstadl noch Tatort, aber mein Geld wird für diesen Mist verbraten. Im Gegenzug entdecke ich oft interessante Beiträge bei Phönix, 3sat oder auch WDR. Denen würde ich mein Geld gönnen, aber stattdessen werden lieber amerikanische Filme in einer deutschen peinlich-Billigversion nachgedreht und dann als „Tipp des Tages“ in der kostenlosen Fernsehzeitung angepriesen. Dafür waren GEZ-Gebühren nie gedacht.

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