Enten-Entertainment

Es ist vollbracht – wenn auch mit paar Monaten Verspätung: meine Entchen dümpelten ent-lich freiwillig in ihrer tollen Badewanne.

Nachdem ich den inkontinenten Überlauf mit einer quallenartigen Masse verkleistert hatte, gab es vor paar Tagen nochmal einen feierlichen Einsatz mit der Gartenpumpe, um einen verlockenden Wasserstand zu erzeugen.

Die Entchen waren uneinsichtig.

Zwischendurch hatte ich den Schubkarrenaufsatz mit Wasser und trickreichem Unterbau (merke: wenn man bei 5 Grad draußen im Wasser rumpuddelt, müssen die betroffenen Tierchen schon SEHR niedlich sein…) quer in der Badewanne eingeparkt, damit die sturen Quaker kapieren, worum es bei der Wanne eigentlich geht.

Denkste.

Sie steuerten vollgeregnete Eimer an und wuschen sich wie einst Uroma an der Waschschüssel.

Mit vorwurfsvoller Miene („wenn wir nur einen schönen Pool hätten – aber wir haben ja nix!“).

Bei so viel Undankbarkeit war ich es leid und habe in einer ziemlich herzlosen Aktion alle Eimer, die sie ansteuerten, umgekippt. Zur Strafe darf ich dann im Frühjahr Bauschuttkrümel aus dem Gras pulen.

Zwei Tage lang plitschelten die Enten mit dem Wasser rum, was fingerbreit auf einem Eimer mit Deckel stand (wenn das so klingt, als gäbe es hier viele Eimer: ja, ist so. Berufskrankheit.), gestern schlichen sie dann, freundlicherweise während dem Mittagessen, so daß wir das Schauspiel mitbekamen, um die Wanne.

Aufgeregtes aus-der-Stelle-treten von Herrn Entchen.

„Ich weiß nicht, ich weiß nicht – aber es sieht schon gut aus!“

Ob er mutig war oder Madame mal wieder nachgeholfen hatte, konnten wir aus unserem Blickwinkel nicht sehen, aber mit einem „flupp“ war er auf einmal drin und startete eine gewaltige Badeorgie, die jeden Gardena-Rasensprenger in den Schatten stellte.

Frau Entchen wurde neidisch, trippelte noch bißchen herum, wählte punktgenau den unpassendsten Einstieg und dann hatten wir zwei ziemlich glückliche Enten.

Dank Sauwetter wurde auf eine Bilddokumentation verzichtet, ich plane aber einen Papparazzi-Einsatz, wenn die Luftfeuchtigkeit ein kamerafreundliches Niveau erreicht hat.

Blieb noch die Frage, ob die Schnabeltiere auch wieder rauskommen, meine Dichtqualle entpuppte sich als minimal inkontinent (Hinweis auf der Kartusche „nicht für stehendes Wasser“. Werde als nächstes mal unter dem Stichwort „Boot abdichten“ googeln, irgendwas muß es da doch geben).

Selbstverständlich wieder da, wo keine Ausstieghilfe vorgesehen war, aber sie hüpften problemlos raus.

Wunderbar.

Wenn das Wetter demnächst mal mitspielen sollte, wird weiter an der Optik vom Entenparadies gebastelt, aber zumindest seinen Zweck erfüllt es schonmal.

5 Kommentare zu “Enten-Entertainment

  1. Eure Enten Geschichten sind köstlich. Wir hatten ein Enten-Ehepaar, aber ein (sorry weiß ich nur auf Englisch) hermaphrodite und bi-sexual Hahn verführte ihn. Die beiden hatten dann immer versuch zu vögeln. Aber so gut ging es nicht. Die arme Entendame war so sehr betrübt, und der hermaphordite Hahn wurde von den anderer Flügelvolk auch nicht akzeptiert. Also ab in den Suppentopf. Danach vereinigte sich das Entenpaar wieder und alles war Friede, Freude, Eierkuchen!

    • Geflügel kann in Liebesdingen einen sehr seltsamen Geschmack entwickeln 🙂 .
      Ich hatte hier ja schonmal ein Laufentenpaar und eine einsame Gänsedame zu Gast, der Enterich versuchte, die Gänsedame zu beglücken, was irgendwie mehr nach Rugby aussah, die beiden kugelten durch den Garten… Sehr überzeugt wirkte das Gänschen nicht von seinen Bemühungen – und Frau Entchen war sauer :D.

Kommentar hinterlassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s