Alles relativ

Ursprünglich wollte ich hier über mein Portemonnaie meckern, was zur Unzeit in den unergründlichen Tiefen des Haushalts verschwunden ist.

Jetzt ist ohne  Vorwarnung der herzallerliebste Schatz gestorben und die dank verschwundener EC-Karte sich stapelnden Rechnungen sind lästig, aber nicht systemrelevant.

Und die Spottdrossel macht bei strahlend schönem Wetter eine Umschulung zum Trauerschwan.

38 Kommentare zu “Alles relativ

  1. *TIEF EINATME*
    War das todernst? *sorry für meine Tendenz zum unpassenden Humor, ich hab auch bei der Beerdigung meiner Oma als die Stelle mit „Staub zu Staub“ kam, laut „gemurmelt“ „Staub hätte meine Oma niemals geduldet, sie war eine reinliche Hausfrau“*
    Ich meine – war das wirklich ernst gemeint? Du hast deinen Lebenspartner verloren? Mein tiefempfundenes Mitgefühl, falls wir das wirklich so verstanden haben, wie es gemeint war.

    • Ja, das war leider ernst, und wenn außer Huhn und Sittich niemand da ist und man bzw. frau dank digitaler Welt auch teilweise die Mailadressen der Freunde des Mannes nicht kennt (mir sind so Doppelexistenzen bei E-Mail und Anschrift immer verdächtig), dann ist es halt am einfachsten, auf diese Weise zu verhindern, daß jemand ungewollt ins Fettnäpfchen tritt mit einer unpassenden Bemerkung.

      • Also dann meine wirklich ernst gemeinte Anteilnahme. Und Freunde, von denen es keine echten Adressen gibt, um ihnen eine entsprechende Anzeige zu schicken oder sie gar zu einer Trauerveranstaltung einzuladen, sind das wirklich Freunde, denen man das traurige Ereignis sofort mitteilen muss? Ich würde mir über Freunde aus der digitalen Welt vermutlich keinen Kopp machen. Eher über das verlegte Portemonnaie – schließlich muss der Trauerschwan einige Amtsgänge machen, einige Rechnungen in nächster Zeit schultern und sich mit so unerfreulichen Sachen wie dem deutschen Erbrecht samt daran hängender Bürokratie vertraut machen. Denn das ist nun mal so bei fast jeder Partnerschaft, einer bleibt zurück und der darf dann „aufräumen“ – und wie immer bleibt das Aufräumen eine Aufgabe, in der sich mehrheitlich die Frauen wiederfinden.

        • Das Portemonnaie ist – wie erwartet- nach einem Anruf bei der Postbank aus der Versenkung aufgetaucht. Quasi sprichwörtlich, es war fast an seinem Platz, nur in einen Spalt geplumpst.
          Ja, auf die Bürokratie freue ich mich jetzt schon… Die Freunde sind nicht nur virtuell, sondern ziemlich „neu angeschaffte“ gute Freunde von meinem Mann, wo er regelmäßig war, und die ich noch hätte kennenlernen sollen. Wir haben halt unterschiedliche Hobbys und daher auch unterschiedliche Freundeskreise, die man -wenn alles nach Plan verläuft- dann nach und nach auf Feiern kennenlernt. Und da Leute, die aus beruflichen Gründen schwer telefonisch zu erreichen sind, gerne Mailen oder Facebooken (und ich nicht), bin ich da gerade bißchen ausgesperrt. Morgen will ich mal vorsichtig versuchen, seinem PC ein paar Informationen zu entlocken.

          • Also, wenn dein Mann auf Facebook selber war, dann solltest du bei Facebook mal fragen, wie du das mit seiner Seite regeln kannst …
            Da das alles überraschend kam, hat er bestimmt auch kein „virtuelles Testament“ gemacht … Eine Freundin von mir ist letztes Jahr auch gerade Witwe geworden, ihr Mann war ein Jahr jünger als sie (Jahrgang 1960). Auch unerwartet.

            • Das ist so die Altersgruppe, wie es bei meinem Nachbarn war. Auch noch zu früh. Alles ab einer 7 vorne dran (altersmäßig) ist ok, finde ich. Da hatte man dann eine Chance auf ein erfülltes Leben. Das ist natürlich immer noch ein Verlust für die Angehörigen, aber es ist dann nicht mehr so bitter.

            • Das seh ich ähnlich. Wobei man sagen muss – wenn die Politiker uns bald alle bis 70 schuften lassen wollen, muss man das mit der 7 vorne dran wohl noch mal überdenken.

  2. Ich bin ein bisserl perplex und weiss gerade nicht, was ich schreiben soll.
    Wenn der Schatz wirklich verstorben ist, dann mein Beileid. Ich könnte aufgrund des momentanen Gemütszustand auch den Blogpost verstehen.

  3. Dein von ohnmächtigem Sarkasmus geprägter Beitrag hat mich gestern noch lange beschäftigt.
    Jetzt, wo ich die Gewissheit habe, wie fies es das Schicksal mit dir gemeint hat, bin ich, auch wenn ich dich nicht persönlich kenne, einfach nur fassungslos.
    Mit tief empfundenem Beileid
    Bea

    • „Ohnmächtiger Sarkasmus“ trifft es ganz gut.
      In einem Roman über die Zeit, als das Christentum als neumodischer Kram galt, hatte ich mal die Definition gelesen, daß die Götter die Menschen eher zur Belustigung und Unterhaltung brauchen. Im Moment finde ich das ziemlich plausibel – ich fühle mich wie in einem verdammt schlechten Film.

  4. Ich bin eine „stille“, allerdings regelmäßige Leserin deines Blogs. Wenn du gestattest, dann fühle dich virtuell einfach nur still in den Arm genommen.

    • Stellvertretend für alle: danke für die guten Wünsche. Ich werde von dem Viehzeug bißchen abgelenkt und von Familie, Freunden und dem Hundenachbar betüddelt (er kommt morgens und abends vorbei und ich fühle mich langsam bißchen adoptiert). Im Moment fühle ich mich bißchen besser, mal sehen, was morgen ist.

  5. Mir ging es wie Bea, ich war mir auch nicht sicher, ob ich diesen Post wirklich richtig verstanden habe. Leider wohl doch. Es tut mir sehr leid, dass Dich Dein herzallerliebster Schatz so einfach allein gelassen hat. Manchmal tut einem das Leben schreckliche und unverständliche Dinge an. Ich wünsche Dir viel Mut und Kraft für die nächste Zeit.
    Ganz liebe Grüße und lieben Drücker schickt Dir die Silberdistel

  6. Ich bin den ganzen Tag immer wieder zu diesen Blog post gekommen, immer mit der Hoffnung das ich mir das alles nur vorgestellt hatte. Leider nicht. 😦 Inzwischen ist jetzt meine Mutter im Krankenhaus und dieser Tag fing beschissen an und endet genauso. (((((Liebevolle Umarmungen aus Amerika)))))

      • Du bist eine solch lieber Mensch das Du trotz Deiner Trauer Dich noch um andere kümmerst. Danke. Meiner Mutter geht es soweit in Ordnung. Die Ergebnisse einer der Untersuchungen wissen wir noch nicht, aber ansonsten wurde nichts gefunden und sie wird in den nächsten Stunden vom Krankenhaus entlassen werden. Sie ist 68 und hatte öfters kein leichtes Leben. Ich denke manche ihrer Beschwerungen kommen davon. Sie wird mit meinem Vater in den nächsten paar Tagen in einen Urlaub gehen und sich hoffentlich von allem etwas erholen.

        Wie geht’s Dir denn? Ich denke ich spreche für alle Leser wen ich sage das wir uns alle natürlich um Dich sorgen.

  7. Du liebe Güte, was ich zunächst für ein Missverständnis hielt, ist wahr – was soll man da schreiben, was einer solchen Situation auch nur ansatzweise gerecht wird – außer – ich denke feste an Dich und kann Dich leider auch nicht mehr als virtuell in den Arm nehmen und Dir viel Kraft wünschen.
    Barbara

  8. Oh weh, liebe Spottdrossel.
    Das tut mir so leid, dass dein Mann verstorben ist.
    Nun musst du allein für alles sorgen.
    Die Freunde informieren.
    Ich umarme dich ganz lieb.
    Ganz liebe Grüße Bärbel

  9. Der Mensch dachte, und Gott lachte…………………… es tut mir so unendlich leid für dich! Ich les hier regelmäßig mit, und hab jetzt nach dem Urlaub die page mit froher Erwartung auf schöne und lesenswerte Posts geöffnet. Schock.
    falls ich helfen kann, emailadresse ist unten. Ich drück dich und wünsche viel Kraft. fdu kerrha

  10. Virtuelle Freunde bringen kein Essen vorbei, für dich und die Geierchen, oder hacken Holz für die Heizung – was können wir für dich aus der Entfernung tun?
    Oder was würde dir helfen, wenn jemand für ein paar Tage vorbeikäme?
    Bitte keine Hemmungen – that’s what friends are for….
    Im SV-Forum werden sich bestimmt Helfer finden – für die virtuellen Dinge und bestimmt für die realen auch….

  11. Ich weiß nicht ob Du überhaupt hier noch vorbeikommst. Aber ich wollte einfach nur sagen ‚Wir haben Dich nicht vergessen‘ (((((Umarmungen)))))) und Alles Liebe,

    Marlis

  12. es ist doch schon lange her, dass ich hier reingeschat habe.
    Dein Post veranlasste mich zuerst, mich zu Hause zu wähnen, aber dann …
    Mensch, Drosselchen, mir fehlen die Worte
    lass‘ Dich zumindest virtuell ganz fest drücken
    Ich denk‘ an Dich
    liebe Grüsse
    Hajo

  13. Mensch Hajo, so versteht Dich doch keiner
    es ist doch schon lange her, dass ich hier reingeschaut habe.
    Dein Post (Geldbörse) veranlasste mich zuerst, mich zu Hause zu wähnen, aber dann …
    Mensch, Drosselchen, mir fehlen die Worte
    lass’ Dich zumindest virtuell ganz fest drücken
    Ich denk’ an Dich
    liebe Grüsse
    Hajo

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