Synchronisierungsprobleme zwischen Lilliput und 3XL

Gestern habe ich meine neuen Mitarbeiterinnen abgeholt. Irgendwie vergesse ich regelmäßig, daß handelsübliche Hühnchen, besonders vor der Pubertät, schlicht und einfach mikroskopisch sind. Zumindest in unserer Hühnerwelt hier.

Zum Trost nach der Fahrt hatte ich die zwei Handvoll Hühnchen nochmal in SingSing zwischengelagert und wollte ihnen einen provisorischen Schlafplatz einrichten.

Wie das so ist – die Kinderlein wissen alles besser. „Och, da oben gackert´s so interessant…“

Da sie aus einer großen Hühnchen-KiTa (bzw. HüTa) kommen, dachte ich, so zu zweit ist es ihnen vielleicht unheimlich, und habe sie diskret in den Stall gesetzt, als der Rest der Truppe schon eingeparkt war.

Heute morgen wollte ich sie wieder aussortieren, damit sie nicht irgendwo unter die Räder oder in die Entenbadewanne geraten. Tür auf, dicke Hühner raus, ich rein – gluckendes Babettchen und Oma Swiffer waren noch im Stall, aber wo sind die Azubis? Sie werden doch hoffentlich nicht vom Rest der Truppe verfrühstückt worden sein?

Unter einem an der Wand lehnenden Gitter finde ich die armen Viecher als schlotternden Stapel: „Riesen! Alles Riesen! Wo sind wir hier nur hingeraten?!“

Retten lassen wollten sie sich natürlich trotzdem nicht, und mit dem kleinen Format können sie sich im Stall richtig in die Kurve legen. Man stelle sich so eine Art Renn-Amsel mit wild schwingenden Beinchen vor. Ich als böser Octopus in der Mitte, und Swiffers Rolle blieb ungeklärt – rentnertypisch stand sie beiden Parteien ständig im Weg.

Nachdem das erboste Babettchen dreimal überrannt worden ist, hatte ich die kleinen Kerlchen verhaftet und wieder in Schutzhaft im Garten einquartiert.

Jetzt darf ich einen Kindersitz für Hühnchen basteln, als streßfreie Übernachtungsmöglichkeit.

7 Kommentare zu “Synchronisierungsprobleme zwischen Lilliput und 3XL

  1. Danke, Danke, Danke!!!!!!!!!!!!!!!! mirlaufen die Freudentränen aus den Augen. Du beschreibst das so herrlich!!!!!!!! liebe Grüße, kerrha

  2. und wieder einmal liege ich fast auf der Tastatur vor Lachen und habe komische Bilder im Kopf – irgendwie kommt bei den Bildern andauernd eine ältere Dame mit hochtoupiertem Grauhaar vor, die in aller Seelenruhe mit einen Einkaufwagen, Freitag abend gegen 18 Uhr, durch den Supermarkt schlendert/schleicht und dabei einen leicht erbosten Gesichtsausdruck zur Schau stellt ;-). Nachdem ich unserem felligen Gesindel gestern eine soeben dem Nest entfleuchte Jungamsel entrissen habe, kann ich mir das Format und das Gezappel der Minihühnchen gut vorstellen 🙂

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