Die „Netzgemeinde“

Jetzt, wo ich auch bei Facebook bin, gehöre ich wohl auch zur „Netzgemeinde“.

Und dank Facebook bzw. lieben Mitmenschen in meinem Umfeld, die das anscheinend nicht so kritisch sehen wie ich, werde ich jetzt darüber informiert, daß sich „die Netzgemeinde“ über Frau Merkel echauffiert.

Tja, meckern, statt sich selber in einer Partei zu engagieren, ist natürlich immer einfacher.

Und ich unterstelle mal, hätte Frau Merkel gar nicht reagiert, hätte sich „die Netzgemeinde“ auch aufgeregt, nach dem Motto, wie kann man nur so herzlos sein.

Würden diese postingfreudigen Mitmenschen mal weniger plärren und mehr denken, würden sie merken, daß sie genaugenommen eine egoistische Willkürherrschaft möchten – Leute, die ICH mag, sollen gefälligst geholfen kriegen, oder Leute, die ICH aufgrund von Halbwahrheiten oder verdrehter Sichtweise für unschuldig halte, sollen gefälligst als Opfer angesehen werden usw.

Gängige Gesetzeslage ist im Pipi-Langstrumpf-Weltbild ja unwichtig.

Und selbstverständlich haben alle Menschen, die nicht MEINEM politischem Weltbild entsprechen, weder ein Recht auf Meinungs- noch auf Demonstrationsfreiheit.

Ich fürchte, ich möchte nicht zur „Netzgemeinde“ zählen.

11 Kommentare zu “Die „Netzgemeinde“

    • Sie konnte leider nicht a la allmächtiger Kaiser einem Flüchtlingsmädchen sofortiges Bleiberecht garantieren. Als das arme Ding dann geweint hat, hat sie bißchen überfordert versucht, sie zu trösten. Eine klassische Situation, wo man halt nur verlieren kann als Politiker. Und das Mädel hat am Ende noch mehr Hirn als die Erwachsenen Berufsempörten, weil sie verstanden hat, daß man da per Order de Mufti nichts machen kann.

      • ich habe mich gerade selber schlau gemacht über die Empörung – und muss sagen, ein einziges Mal bin ich mit BILD einer Meinung – man sollte das ganze Video sehen – und man sollte die Gesetze kennen, die auch eine Kanzlerin begrenzen.

    • Ok, ich hab es gefunden – die Netzgemeinde fällt mal wieder mob-mäßig ein Urteil, ohne sich ein Bild vom ganzen Video zu machen, das auch online erhältlich ist. Ja, desdawegen haben wir eben keine Lynchjustiz sondern Profis in der Rechtsprechung …

  1. Ich habe vor Monaten FB verlassem. Ebenso Twitter. Der letzte Forenaccount wird mirgen geschlossen.
    Warum? Weil mir die Netzgemeinde auf den Sack geht, den ich…..
    Diese Pseudospezies und Alleswisser, die ewigen Oberlehrer und die „Ich mach das schon seit 30 Jahren so…“. BOAH, ich könnte mich schütteln. Dazu ist mir meine Zeit zu kostbar.
    Für mich gibts nur noch Blog und Instagram. Das reicht mir vollkommen.

    • Kann ich verstehen, ich hatte bei einem Forum, was mir eigentlich gut gefallen hat, auch das Problem, daß mir irgendwann manche Ansichten dermaßen auf den Geist gingen, daß ich beschlossen hatte, meine Lebenszeit ist mir zu kostbar, um mich jeden Tag darüber aufzuregen. Da muß man sich wirklich selbst beobachten, damit die Sache nicht aus dem Ruder läuft. Bei FB habe ich vorsichtshalber nichts von den „Qualitätsmedien“ gebucht, dann bleiben mir hoffentlich die meisten Oberlehrer erspart.
      Und wenn´s mir zu blöd wird, kann ich immer noch den Stecker ziehen 🙂 .

  2. ja, das mit den Gommunities (kommt nämlich ursprünglich aus dem Französischen: „gomme“, weil die wie „Kau)Gummi kleben) ist schon so eine Sache.
    Mal reinschauen ist ja ganz interessant, aber nur nichts von sich selbst preisgeben!
    Leider ist gerade die jüngere Generation viel zu mitteilsam (oer ist’s doch eher die liebe Eitelkeit?).

    • Ich habe die Theorie, daß die durch diese ganzen „mir ist nichts zu peinlich“-Fernsehsendungen kein Gefühl mehr dafür haben, welche Mitteilungen privat sind und auch privat bleiben sollten. Wer denkt, diese Sendungen und ihre „Enthüllungen“ wären echt, der denkt ja auch, man könne sämtliche kreuz-und-quer-Seitensprünge ohne negative Folgen öffentlich rausposaunen. Und gegen das, was in den Sendungen breitgetreten wird, sind die eigenen Heldentaten ja vergleichsweise harmlos – folglich „ist´s ja nicht so schlimm“.
      Bis die Mobbing-Mafia zuschlägt.

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