Anschlagsplanung

So, jetzt kann die NSA mal mitlesen.

Ich plane ein Attentat auf meine armen Sittiche.

Flederli erinnert mich momentan verdächtig an Lilly – viel am frieren und am schlafen (obwohl er vermutlich jünger ist als Sherlock, da er offensichtlich nach Wegfall der Ring-Pflicht geschlüpft ist), sagt kaum noch was, Köpfchenreiben oder -kratzen, und paarmal habe ich ihn erwischt, wie er den Schnabel aufklappte, ohne zu Gähnen – anscheinend krabbelt ihn was.

Seine Dame war an „irgendwas mit Milben“ gestorben, aber als er hier ankam, hat er noch so schön Krawall gemacht, daß er unverdächtig war. Jetzt schätze ich, daß da auch Luftsackmilben im Spiel sind.

Nachdem ich ihn wegen dem ausgerissenen Krällchen mal von der Stange gepflückt hatte, ist klar, daß ich diesem wild zappelndem Etwas keine abgezählten 3 Tröpfchen auftragen kann – das geht garantiert schief.

Also hatte ich für morgen einen Termin beim Tierarzt gemacht.

Und nachdem sich Sherlock vorhin einmal zu oft am Kopf gekratzt hat, kam er auch noch auf die Liste.

Das wird jetzt eine doppelte Premiere und bedarf akribischer Vorplanung.

Phase 1 der hinterlistigen Aktion: beide Volieren soweit ausräumen, daß nur noch jeweils 1 Kescher-tauglicher Schlafplatz zur Verfügung steht.

Die armen Kerlchen saßen wie zwei Ausrufezeichen oben auf Sherlocks Bude und beobachteten, wie der Gerichtsvollzieher alles ausräumte.

Sherlock versuchte vorhin, sich wieder paar Äste zurückzusingen – ich fühle mich angemessen schändlich.

Nächster Akt wird dann, die Reisekäfige mit Kabelbindern zu sichern, komischerweise haben fast alle Käfige Öffnungsmöglichkeiten an Stellen, wo man sie nicht vermutet, ein falscher Griff und das Dach ist offen.

In den Käfig kommt dann auch nur 1 Sitzdings und ein Häuschen – wenn sie Angst haben, verstecken sie sich gerne. Das wäre der Idealfall, aus dem Häuschen kann man sie schön pflücken. Da die Reisekäfige zwar für meine Geier eine Zumutung, für Tierarztzwecke aber eigentlich schon zu groß sind, haben wir im ungünstigsten Fall -wenn sie sich nicht ins Häuschen verkriechen- einen Pinball-artig rumzischenden Sittch, den man irgendwie greifen muß, ohne das er aus dem Käfig rausschießt.

Sherlock bekommt folglich den Finkenkäfig mit der Minitür zugeordnet, der hat nämlich bei Lillys Käfig ziemliche Routine, was den Sektkorkenstart aus der offenen Klappe angeht.

Zu allem Unglück scheinen sie beim Tierarzt eher ängstlich zu sein, was „Vogel pflücken“ angeht, zumindest bei Lilly blieb die Sache an mir hängen, aber die war ja diesbezüglich pflegeleicht.

Heute Nacht muß ich die Flatteris in die kleinen Käfige umsetzen und, weil morgens noch eine OP auf dem Plan steht, bis mittags den zweifachen gefiederten Vorwurf aushalten.

Das hat man davon, daß die Geier hartnäckig jedes Käfigtraining verweigert haben.

Und die ganze Aktion müssen wir insgesamt dreimal durchziehen. Halleluja!

3 Kommentare zu “Anschlagsplanung

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