Flegelalter

Die „großen“ kleinen Enten sind kurz vor fertig und sehen schon wie richtige kleine Enten aus, nur manchmal noch mit Plüschhalskrause. Ich muß mal wieder Fotos machen.

Nr. 1 war so übereifrig mit wachsen, daß die Gefahr bestand, daß die Knöchelchen vom Flügel das Gewicht der Federn nicht tragen können und der Flügel sich dadurch verformt. Internetrecherche ergab „Tierarzt und mumienmäßig einwickeln“, erster Test ohne Tierarzt ergab: „Ente not amused“, die Lösung a la Spottdrossel: eine abgeschnittene Tennissocke + Panzertape als Rausfluppschutz und fertig ist der Flügel-BH fürs Entchen.

Da die Sache problemlos an- und auszuziehen war, konnte so auch zwischendurch physiotherapeutisches Schwimmen ermöglicht werden und es bestand keine Gefahr, daß was steif wird. Heute war Probelauf ohne Socke und anscheinend stimmt das Verhältnis Entchen/Flügel wieder, die Flügel wurden ordnungsgemäß auf dem Popo getragen und hingen nicht mehr runter.

Letztens hatten die Entchen halbgeplanten Ausgang im Garten, beim ersten Mal ließen sie sich abends relativ vorbildlich einparken (ich hab „Monsieur Claude und seine Töchter“ angesehen und in jeder Werbepause hab ich die Kleinen bißchen näher an ihren Parkplatz getrieben, dann noch eine Palette als Entenleitsystem und ich war zufrieden).

Tja. Stockenten sind anscheinend deutlich mutiger als Laufenten und schon an Tag Nr. 2 sah das Abendprogramm so aus, daß ich fluchend kopfüber in Brennesseln oder Reisighaufen steckte und nach aufsässigen Entchen angelte, die draußen übernachten wollten. Zwei Stunden später war ihre große Freiheit gestrichen, sie sitzen jetzt tagsüber in Sing-Sing, wo sonst motzige potenzielle Hühnermamas inhaftiert werden, können da Gras zupfen und abends bekommen sie nochmal die größere Wanne rein.

Deshalb erfreuen sich die Singvögel hier morgens und abends an einem Hörspiel.

Sechsmal erbostes „fiep-fiep“ oder „quak-quak“ , je nach Alter und Geschlecht.

Die Antwort jedesmal: „auauauauau!“

Enten haben an ihren Plattfüßen kleine Krällchen, und kleine Enten haben messerscharfe Krällchen und wenn man sie trägt, rudern sie mit den Füßen wie eine Comicfigur, die in der Luft läuft.

Wer meine Arme sieht, hält mich für einen Katzenbesitzer.

Ein müpfiges Mädel hat jetzt die Sache weiterentwickelt.

Sie unterbrach das „quak“, packte mit ihrem Schnäbelchen die dünne Haut innen am Unterarm und versuchte, sie abzuschrauben.

Freches Weib.

2 Kommentare zu “Flegelalter

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