Auskunftsfreudig

Ich komme in die Küche, Flederli goingoingoingt mit Riesensprüngen quer durch die Küche in die Voliere.

Es wirkt, als hätte ich ihn bei etwas Illegalem ertappt.

„Habt ihr was angestellt?“

„Ja“ quietscht Sherlock fröhlich.

Ulkige Allianz

Flederli hat sich jetzt ent-gültig mit dem Entchen verbündet und sie besetzen die große Voliere.

Ein reichlich ratloser Sherlock mußte zu einer Trosttomate überredet werden, dann quartierte er sich in der Rollvoliere ein.

Ich wittere eine Strategie – bis vor paar Tagen hatte ich gehofft, ich kann die Rollvoliere rausnehmen, dann hat Sherlock das arme Flederli wieder so verdroschen, daß er danach verschreckt auf der Arbeitsplatte übernachtete. Der arme Kerl war anscheinend ohne Vorwarnung aus dem Schlaf gerissen worden. GsD hatte ich am Fernseher „Überstunden“ gemacht und Sherlocks Geschimpfe und das panische Geflatter gehört.

Und jetzt hat sich der gelbe Vogel den seltsamsten Bodyguard der Welt geangelt.

Flederlis Poolparty

Es gibt auch noch eine Serie „soll ich – soll ich nicht- es könnte Spaß machen – ach, ich weiß nicht so recht“-Fotos. Aber da es ja morgen warm werden soll, erstmal die Fotos, die bißchen Abkühlung bringen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Der Entenschutzschirm

(und bevor jemand -besonders die Facebookleute, von denen einige anscheinend die Fähigkeit für Lesen + Kopfkino verloren haben- wegen Video heult: nein, bei manchen Sachen heißt es einfach nur: nicht bewegen und zuschauen)

Inzwischen trauen sich die Herren Sittiche näher an das gemeingefährliche Entchen ran.

Wobei Großmaul Sherlock wesentlich vorsichtiger ist und Flederli sich anscheinend brennend für das merkwürdige Objekt interessiert. Selbst als der Giftzwerg mit wild schnappendem Plastiklöffel hinter ihm her pattpattete, ist er nur einen Gang schneller gehüpft und nicht geflogen – Panik sieht anders aus.

Dann entdeckte das Entchen den im Käfig liegenden Stangensellerie. Bei dem ist das Mittelteil weitergewachsen, so daß das Ding jetzt als eine Art Selleriepalme im Käfig steht.

Entchen versuchte, mit seinem Schnabel an den Blättern was zu erreichen, kam aber nicht weit.

Flederli ist der absolute Blätterfetischist, hopste natürlich auch gleich hin und wurde vom Giftzwerg angemessen bedroht. Es entwickelte sich eine Art Kreisverkehr um den Sellerie, Flederli weigerte sich, das Feld zu räumen.

Irgendwann haben sie dann tatsächlich jeder auf einer Seite des Selleries geparkt und an den Blättern geschnäbelt.

Entchen ging dann in Parkposition, Flederli war im Selleriehimmel, und Sherlock klemmte oben auf der Volierentür und äugte grimmig runter.

Und ich habe den dringenden Verdacht, daß Flederli die Ente als Geheimwaffe gegen Oberneidhammel Sherlock eingesetzt hat – normal darf er nie irgendwas in Ruhe fressen, sofort kommt der grüne Racheengel angezischt.

Mal eine Erfolgsmeldung

Aus der Abteilung „kleine, bunte Hühnchen“.

Die Herren Sittichs hatten heute ihre letzte Runde Milbenbehandlung. Bei der Gelegenheit bekam Flederli gleich noch eine Pediküre, normal mache ich das selber, aber wo er schonmal gefangen war, hatten wir zweimal Wartungsarbeiten mit einmal erbostem Vogel abgehandelt.

Inzwischen läuft das hier fast schon professionell. Mit leichter Nötigung und einem Beerenzweig steigen sie abends selber in ihre Käfige, Autofahren finden sie spannend, und beim Tierarzt sind sie zwar nicht begeistert, aber selbst Flederli hat inzwischen begriffen, daß es nicht lebensgefährlich ist. Am Anfang hat er noch vor Angst gequäkt, jetzt ist er eher „routiniert erbost“.

Sherlock hat wieder alles gegeben, flipperte durch den Käfig, als die Tierärztin ihn dann in einer Käfigecke hatte, waren sie noch nicht so richtig sortiert (ist ja nicht so wie beim Huhn, wo ich im Zweifel alles festhalte, was ich in die Finger kriege, das Huhn geht schon nicht kaputt). Sherlock fing dann an zu quäken, und ich dachte schon, er hätte sich bei seiner Zappelei weh getan.

Nach vollbrachter Betröpfelung saß er wieder in seinem Käfig und quasselte leise vor sich hin.

Damit hat er sich allerdings verraten: ich kenne ihn jetzt lange genug, hätte er wirklich Angst gehabt oder sich weh getan, wäre ein halben Tag fassungsloses Schweigen gewesen.

Der kleine Rattensittich hat tatsächlich eine Show abgezogen 😀 .

Sittich-Talk

Nach dem Attentat auf die gemeine Milbe ist Flederli deutlich gesprächiger.

Sein Standardtext ist eigentlich „ey?“, jetzt höre ich auf einmal klar und deutlich ein von Sherlock übernommenes „Ja“.

„Ja? Du kannst ja sagen?“

„Hehehe“ sagt er und grinst mich frech an.

(der letzte Tierarztbesuch verlief deutlich streßfreier – Flederli kam freundlicherweise am Abend vorher auf die Idee, in einen der Transportkäfige reinzuklettern. Ich nutzte die Gunst der Stunde, Sherlock wurde dann dezent genötigt, da die große Voliere zu und sein kompletter Hausrat in den kleinen Käfig umgezogen war. So war ich schonmal nicht in der Rolle des gemeinen Vogelfängers, der nachts schlafende Sittiche überfällt. Vom Tierarztbesuch waren sie natürlich weniger begeistert, aber eine Runde Schaulustigen auf dem REWE-Parkplatz hat sie dann hinreichend entschädigt.

Die Vogelklinik Gießen hat zwar auf Facebook bißchen geweint, weil ich einfach mal so ohne Doc eine Diagnose gestellt habe, aber der Erfolg gibt mir Recht: beide Geier fliegen mehr und schneller, die Kriminalitätsrate ist wieder auf Ziegensittich-typischem Niveau, und sie geistern fröhlich auf Erkundungstour durch die Küche, statt noch mehr Schlafpausen zu machen als ich)

7 Federn später

Einfangen und umverpacken ging einfacher als gedacht, wobei Profi Sherlock vorsichtshalber den Parkplatz gewechselt hatte und am Gitter klemmte. Zumindest waren sie heute morgen nicht so vorwurfsvoll wie befürchtet, es herrschte eher kollektive Ratlosigkeit.

Hatte sie dann am Fenster geparkt, wo sie schaulustigen konnten, was gegenüber auf dem Parkplatz so los ist.

Auf der Fahrt dann helle Aufregung, und beim Tierarzt war es weitgehend so, wie ich es erwartet hatte. Das arme Flederli fürchtet um sein Leben und wehrt sich nach Leibeskräften, wir brauchten 3 Mann, um einen Sittich zu bändigen.

Sherlock zog alle Register, außer Ausweichen und Senkrechtstart beherrscht er auch noch den Programmpunkt „fallen lassen“. Mit dem Kescher kalkuliere ich das oft schon ein, dann plumpst die flüchtige Mandarine ins Netz und ist angemessen erbost. Die Tierärzte fangen Vögel ja mit Handtuch – oder auch nicht, in diesem Fall.

Irgendwann hatte er dann doch verloren, konnte das aber nicht auf sich sitzen lassen und hat sich als letzte Maßnahme mit Schnabel und Füßchen ans Gitter gekrallt. Ich war dann mit Abmontieren beschäftigt.

Sie haben zwar hinterher noch paar Geschenke bekommen, aber momentan ist kollektives Schmollen angesagt und ich bin nicht erwünscht. Zumindest für´s Teambuilding war die Sache nicht schlecht, Flederli darf ohne Anschiß mit in der großen Voliere sitzen.

Und jetzt muß ich mal schauen, ob ich bei Youtube den Film mit dem Plumplori und „dann er hasst mich!“ finde, das war nämlich eine ähnliche Thematik, nur daß das Opfer riesengroße Kulleraugen hatte.

Anschlagsplanung

So, jetzt kann die NSA mal mitlesen.

Ich plane ein Attentat auf meine armen Sittiche.

Flederli erinnert mich momentan verdächtig an Lilly – viel am frieren und am schlafen (obwohl er vermutlich jünger ist als Sherlock, da er offensichtlich nach Wegfall der Ring-Pflicht geschlüpft ist), sagt kaum noch was, Köpfchenreiben oder -kratzen, und paarmal habe ich ihn erwischt, wie er den Schnabel aufklappte, ohne zu Gähnen – anscheinend krabbelt ihn was.

Seine Dame war an „irgendwas mit Milben“ gestorben, aber als er hier ankam, hat er noch so schön Krawall gemacht, daß er unverdächtig war. Jetzt schätze ich, daß da auch Luftsackmilben im Spiel sind.

Nachdem ich ihn wegen dem ausgerissenen Krällchen mal von der Stange gepflückt hatte, ist klar, daß ich diesem wild zappelndem Etwas keine abgezählten 3 Tröpfchen auftragen kann – das geht garantiert schief.

Also hatte ich für morgen einen Termin beim Tierarzt gemacht.

Und nachdem sich Sherlock vorhin einmal zu oft am Kopf gekratzt hat, kam er auch noch auf die Liste.

Das wird jetzt eine doppelte Premiere und bedarf akribischer Vorplanung.

Phase 1 der hinterlistigen Aktion: beide Volieren soweit ausräumen, daß nur noch jeweils 1 Kescher-tauglicher Schlafplatz zur Verfügung steht.

Die armen Kerlchen saßen wie zwei Ausrufezeichen oben auf Sherlocks Bude und beobachteten, wie der Gerichtsvollzieher alles ausräumte.

Sherlock versuchte vorhin, sich wieder paar Äste zurückzusingen – ich fühle mich angemessen schändlich.

Nächster Akt wird dann, die Reisekäfige mit Kabelbindern zu sichern, komischerweise haben fast alle Käfige Öffnungsmöglichkeiten an Stellen, wo man sie nicht vermutet, ein falscher Griff und das Dach ist offen.

In den Käfig kommt dann auch nur 1 Sitzdings und ein Häuschen – wenn sie Angst haben, verstecken sie sich gerne. Das wäre der Idealfall, aus dem Häuschen kann man sie schön pflücken. Da die Reisekäfige zwar für meine Geier eine Zumutung, für Tierarztzwecke aber eigentlich schon zu groß sind, haben wir im ungünstigsten Fall -wenn sie sich nicht ins Häuschen verkriechen- einen Pinball-artig rumzischenden Sittch, den man irgendwie greifen muß, ohne das er aus dem Käfig rausschießt.

Sherlock bekommt folglich den Finkenkäfig mit der Minitür zugeordnet, der hat nämlich bei Lillys Käfig ziemliche Routine, was den Sektkorkenstart aus der offenen Klappe angeht.

Zu allem Unglück scheinen sie beim Tierarzt eher ängstlich zu sein, was „Vogel pflücken“ angeht, zumindest bei Lilly blieb die Sache an mir hängen, aber die war ja diesbezüglich pflegeleicht.

Heute Nacht muß ich die Flatteris in die kleinen Käfige umsetzen und, weil morgens noch eine OP auf dem Plan steht, bis mittags den zweifachen gefiederten Vorwurf aushalten.

Das hat man davon, daß die Geier hartnäckig jedes Käfigtraining verweigert haben.

Und die ganze Aktion müssen wir insgesamt dreimal durchziehen. Halleluja!