Achtung, neue Adresse

Für alle, die -wie ich auch- Webseiten per Lesezeichen ansteuern: ab dem 23. Juli gilt die Adresse „spottdrossel.net“ nicht mehr, ich war zu geizig, den Herrschaften bei WordPress weiterhin soviel Geld in den Rachen zu stecken.

Da mich WordPress im Moment deswegen wild beschimpft, aber nicht verrät, wie die Adresse danach ist (evtl. „spottdrosseldotnet.wordpress.com“), klickt am Besten unten auf „per Mail folgen“, damit nichts schiefgeht.

Falls danach hier Funkstille herrscht, hab ich mich selber nicht gefunden 😉

Göckelchen

Es soll ja Damen geben, die „nur mal gucken“ wollen und dann mit irgendwelchen unnützen Schuhen heimkommen.

Dieses Problem hab ich eher selten.

Allerdings bin ich höchst entschlossen ohne Transportbehälter Hahn besichtigen gewesen und da der Hahn eigentlich ein Hähnchen ist, von der Größe her bestens zu Goldie, Nr. 8 und dem Legehühnchen paßt und außerdem ein armes Mobbingopfer war, was im Wortsinn „bestellt und nicht abgeholt“ wurde, habe ich ihn dann mitgenommen. Außerdem war ich da so lange zu Besuch, daß ich mich von seiner schwachen Sendeleistung überzeugen konnte. Er kräht nicht schön, aber dezent, und das bögöööck ist deutlich angenehmer als der Krawall von meiner mißratenen Brut.

Wie immer wird meine freundliche Gesinnung nicht anerkannt, er hat nur abgespeichert, daß ich ihn an seinem Fahrwerk gepackt und kopfüber in einen Karton gestopft hatte.

Nicht grade die beste Strategie, um sich bekannt zu machen.

Nachts hatte ich ihn dann dazugesetzt (nicht, daß die Ladys wieder ihre bewährte Brennnesselnummer abziehen), heute morgen war es im Stall gewohnt erfreulich/bedenklich ruhig, beim Kontrollgang war er noch vollständig.

Als ich Fotos machen wollte, waren sämtliche Hühner weder sicht- noch hörbar.

Die Entchen hüllten sich in Schweigen.

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Auf meiner Pirsch entdeckte ich dann Beweisstück A, was in Kombination mit unauffindbaren Hühnern eine dezente Sorgenfalte hervorrief.

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Da er so zart ist, heißt er momentan „Göckelchen“. Den Rest der Truppe entdeckte ich ganz oben bei den Fichten auf Tauchstation, Göckelchen arbeitete noch an seinem Kulturschock in Sachen Grünfläche im gehobenen Quadratmeterbereich. Aber in Sachen Federn gab es Entwarnung:

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Vermutlich hat er bei einer Vorfahrtsdiskussion mit den Erpeln Federn gelassen, als er vor meinen Nachstellungen flüchtete, landete er irgendwann bei Opa Hubert und der zeigte keine größere Aufregung. Die Kerle sind ja auch nicht völlig doof, Opa hat das größere Kampfgewicht und Göckelchen kann besser rennen, mit bißchen Glück einigen sie sich auf unentschieden. Und hier ist das leichtflüchtige Objekt:

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In Sachen Abstammung gibt es nur Verdächtige, aber keine Beweise. Evtl. ist ein holländisches Grünlegerhuhn beteiligt, die Rasse ist noch nicht so häufig.

Zumindest hat er heute Abend fachgerecht eingeparkt.

Outdoor-Entchen

Outdoor-Entchen

Die Entchen wurden gestern noch ziemlich kurzentschlossen ausquartiert. Ursprünglich war das erst für Ende der Woche geplant, aber hier bestand die Gefahr, daß die kleinen Quakerchen die Badewanne der Laufenten mitbenutzen und dabei von den großen Erpeln ertränkt werden. Ein … Weiterlesen

Mobbing von neuen Vorgesetzten

Die Weiber sind schon trickreich.

Als erste Amtshandlung haben sie Opa Hubert die illegale Seite vom Zaun gezeigt.

Habe ich nicht weiter drauf reagiert, kam mir fototechnisch ja im Wortsinn entgegen.

Beim Abendessen bemerke ich dann einen weißen Klecks auf dem Zaun unter den Fichten.

Die Rattenweiber haben sich anscheinend klammheimlich abends eingeparkt und den armen Opa seinem Schicksal überlassen. Und dank momentan mannshohen Brennesseln fehlte dem armen Kerl jegliche Orientierung. Folglich saß er mit ratloser Miene auf der nächstbesten Stange.

Mein Angebot, ihn runterzuheben, wurde abgelehnt, ich hatte ihn mittags schonmal verhaftet, um seine Kalkbeinchen mit Ballistol einzudieseln, folglich war mir nicht zu trauen.

Also die neue Sense geschnappt und eine Schneise zwischen Stall und Gockel geschlagen. Mit moderatem Scheuchen bekam ich ihn dann auf Kurs, und als er siegreich im Stall ankam, hat er natürlich höchst männlich behauptet, er hätte nur länger aufbleiben wollen…

Opa Hubert und Opa Heinrich

Diesmal entwickelte sich die Story völlig anders als ursprünglich geplant.

Schorschs Entsorgung klappte besorgniserregend pannenfrei.

Unser neuer Mitarbeiter heißt Hubert.

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Opa Hubert wurde zwecks erster Orientierungsphase zu den Damen in den Stall gesetzt. Brunihuhn ist spontan entflammt und hüpfte sofort neben ihn, Goldie war fassungslos, daß es auch weiße Hähne gibt, und schoß diagonal durch den Stall, bis sie von der linken oberen Ecke heimtückisch ausgebremst wurde.

Wer als Kind so ein „Gewehr“ für Tischtennisbälle hatte, kann sich den Stunt ungefähr vorstellen.

Außer leicht bedenklichem Krächzen der Damen herrschte Ruhe.

Ich hab mich dann trotz Wind und Regen mit Decke auf die Terrasse gelegt, einfach nur um zu hören, daß ich nichts höre.

Irgendwann hat er mal gekräht, aber von der Lautstärke her bleibt er unter den üblichen motorisierten Gartengeräten – perfekt.

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Er gehört der verbreiteten Rasse der Senfhühner an – jeder hat mal seinen Senf dazugegeben. Sein pflichtbewußtes Gesicht finde ich ganz witzig, von vorne erinnert er komischerweise an den Adler auf dem Kriegerdenkmal. Evtl. war da noch irgendwelcher streng geheimer Senf im Spiel.

Als ich dann Ausgang genehmigte, war Opa Hubert verwirrt vom Dschungelkrieg. Er wohnte vorher in einem Hochsicherheitstrakt, wo drumherum die Füchse kreisten und als Deckung nach oben gab es große Kirschbäume. Folglich blieb er erstmal in den Brennesseln und versuchte von da aus -relativ vergeblich- seine abtrünnigen Truppen von der Wiese zurückzubeordern.

Dann trat der Fall X ein: Kampfkugel Nr. 8 hatte sein klitzekleines grünes Ei gelegt und startete das anschließende Halbstundengezeter.

Hubert schweigt.

Und schweigt.

Und schweigt.

Hühnleins Schimpfkanonade dauert immer noch an.

Hubert schweigt.

Hühni brabbelt mißmutig vor sich hin.

Hubert kräht kurz („Du hast ein Ei gelegt, wo ist das Problem?“)

Hühni: „Spielverderber!“

Ich liebe ihn jetzt schon.

Die Hunderunde führte dann oben am Grundstück vorbei, damit ich mir unauffällig einen Überblick verschaffen konnte, wer wo wie und mit wem unterwegs ist.

Ich hörte ein sehr merkwürdiges Geräusch.

Die Weiber hatten es tatsächlich geschafft, Opa zu einem Alarmgezeter anzustiften – allerdings klingt das bei ihm eher, als wäre irgendein rostiges Maschinchen am Werk, und große Sendeleistung hat er auch nicht. Alles entspannt.

Nächster Programmpunkt: Mittagessen.

Sittiche evakuiert, Topf mit Curry auf den Herd, klingelt das Telefon. Vierstellige Telefonnummer, vermutlich noch wegen Schorsch.

So war es dann auch – während die erste Anzeige null Reaktionen auslöste, gerate ich diesmal laufend an muntere ältere Herren mit jeder Menge Viehzeug.

In diesem Fall hatte der Herr am anderen Ende der Leitung ein ähnliches Problem wie ich – ein überzähliger Hahn, der zu schön für den Topf war (es beruhigt mich, daß das auch Männer so sehen).

Als ich sagte, ich hätte Schorsch schon gegen einen vierjährigen Hahn eingetauscht, bekam ich einen Anschiß, von wegen Befruchtungsrate und daß der höchstens noch 2 Jahre lebt.

Sehe ich genauso, aber solange ich keine Ahnung vom Schlachten habe, wird hier nicht absichtlich gebrütet.

„Ei, dann kommst Du hierher und ich zeige Dir das. Und wenn Du Hühner hast, die geschlachtet werden müssen, bringst Du sie her, wir machen das hier, Du mußt die dann nur noch einen Tag abhängen lassen und dann kannst Du sie einfrieren.“

Ähhhmmmmmm.

Alles, was ich mir von der etwas anstrengenden Mitgliedschaft im Vogelverein versprochen hatte – einen Ansprechpartner und Beratungsdienst für die Hühnerangelegenheiten, die nicht per Google zu lösen sind- krieg ich von einem wildfremden Opa, den ich noch nie gesehen habe, angeboten.

Im Endeffekt haben wir über eine Stunde lang geschnattert und nächsten Sonntagmorgen besichtige ich sein gesammeltes Viehzeug, von Huhn über Häschen bis Täubchen, wenn ich mir alles richtig gemerkt habe.

Nach 6 Jahren politisch korrekter Eierproduktion wäre es eigentlich konsequent, sich mit dem nächsten Level zu beschäftigen.

Mal sehen, wie sich die Sache entwickelt mit Opa Heinrich.

Der Dschungel, wo er drinsteht, war die letzten 10 Jahre Wüste

Der Dschungel, wo er drinsteht, war die letzten 10 Jahre Wüste

Zielgerichtete Werbung

Na bitte – die Anzeige mit dem Angebot, den übermotivierten Schorsch gegen ein älteres Modell einzutauschen, hat heute Morgen bei der Zielgruppe einen Lachanfall mit anschließendem Anruf ausgelöst.

28 bunt gemischte Hennen laufen da und weil immer mit eigenem Hahn nachgezüchtet wurde, ist Blutauffrischung dringend notwendig.

Ich bekomme einen 4 Jahre alten Hahn, der hoffentlich nicht mehr jedes abgelieferte Ei mit einem halbstündigen hysterischen Anfall begrüßt.

Und als sich herausstellte, daß die Hühner der Frau gehören und der Anrufer eigentlich Sittichzüchter ist, hab ich den Deal „Anlieferung gegen Sittichbesichtigung“ ausgehandelt.

Ich hoffe, meine inzwischen reichlich zerrupften Damen wissen meine Bemühungen zu schätzen.

Entchensixpack

Fast fertige Entchen. Wir warten auf die Flugfähigkeit. Und inzwischen kann ich sie unterscheiden – der Riese der Truppe ist ein Mädel, es gibt einen dickschädeligen Erpel und der „Hering“ ist immer noch winzig, aber ein so schnelles und kampfbereites Mädelchen, daß ich sie immer als letztes erwische.

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Flegelalter

Die „großen“ kleinen Enten sind kurz vor fertig und sehen schon wie richtige kleine Enten aus, nur manchmal noch mit Plüschhalskrause. Ich muß mal wieder Fotos machen.

Nr. 1 war so übereifrig mit wachsen, daß die Gefahr bestand, daß die Knöchelchen vom Flügel das Gewicht der Federn nicht tragen können und der Flügel sich dadurch verformt. Internetrecherche ergab „Tierarzt und mumienmäßig einwickeln“, erster Test ohne Tierarzt ergab: „Ente not amused“, die Lösung a la Spottdrossel: eine abgeschnittene Tennissocke + Panzertape als Rausfluppschutz und fertig ist der Flügel-BH fürs Entchen.

Da die Sache problemlos an- und auszuziehen war, konnte so auch zwischendurch physiotherapeutisches Schwimmen ermöglicht werden und es bestand keine Gefahr, daß was steif wird. Heute war Probelauf ohne Socke und anscheinend stimmt das Verhältnis Entchen/Flügel wieder, die Flügel wurden ordnungsgemäß auf dem Popo getragen und hingen nicht mehr runter.

Letztens hatten die Entchen halbgeplanten Ausgang im Garten, beim ersten Mal ließen sie sich abends relativ vorbildlich einparken (ich hab „Monsieur Claude und seine Töchter“ angesehen und in jeder Werbepause hab ich die Kleinen bißchen näher an ihren Parkplatz getrieben, dann noch eine Palette als Entenleitsystem und ich war zufrieden).

Tja. Stockenten sind anscheinend deutlich mutiger als Laufenten und schon an Tag Nr. 2 sah das Abendprogramm so aus, daß ich fluchend kopfüber in Brennesseln oder Reisighaufen steckte und nach aufsässigen Entchen angelte, die draußen übernachten wollten. Zwei Stunden später war ihre große Freiheit gestrichen, sie sitzen jetzt tagsüber in Sing-Sing, wo sonst motzige potenzielle Hühnermamas inhaftiert werden, können da Gras zupfen und abends bekommen sie nochmal die größere Wanne rein.

Deshalb erfreuen sich die Singvögel hier morgens und abends an einem Hörspiel.

Sechsmal erbostes „fiep-fiep“ oder „quak-quak“ , je nach Alter und Geschlecht.

Die Antwort jedesmal: „auauauauau!“

Enten haben an ihren Plattfüßen kleine Krällchen, und kleine Enten haben messerscharfe Krällchen und wenn man sie trägt, rudern sie mit den Füßen wie eine Comicfigur, die in der Luft läuft.

Wer meine Arme sieht, hält mich für einen Katzenbesitzer.

Ein müpfiges Mädel hat jetzt die Sache weiterentwickelt.

Sie unterbrach das „quak“, packte mit ihrem Schnäbelchen die dünne Haut innen am Unterarm und versuchte, sie abzuschrauben.

Freches Weib.