Renitente Enten

…oder: undankbares Viehzeug!

Hier herrscht gerade ein prächtiger Schneesturm, wegen dem ich meinen Aquarellkurs ins „Homeoffice“ verlegt habe – ich mag keine Bäume als Kühlerfigur.

Aus dem wohlig-warmen Habitat schaue ich raus ins graue Grusel und dann fallen mir meine armen Entchen ein, die nicht in ihren Stall können – da die verdammten Hühner da regelmäßig alles rauswerfen, was ich liebevoll einstreue, ist die Klappe tagsüber zu.

Als mobiles schlechtes Gewissen stürze ich los, zur Rettung meiner armen Quaker, die auch (vorwurfsvoll?) neben dem Stall stehen. Der Wind heult, der Schnee klatscht mir waagerecht ins Gesicht, die Hose ist im nullkommanix ein eisiger Umschlag.

Klappe auf – Enten auf der Flucht.

Schnell noch bis zum Hühnerstall durchgekämpft, ein abgerissenes Dachrinnenrohr gegens Hirn bekommen, Hühnerstall Schotten dicht und zurück, den ratlosen Enten ins Gewissen geredet.

Entweder sind sie bestens isoliert oder es lag wieder an der gelben Jacke, vor der sie Angst haben, jedenfalls trippelten sie los und schwenkten links am Stall vorbei.

Na bitte, wenn ihr meint… Stelle ich eben um auf die Tierhalter-Deluxe-Version: Außenbeleuchtung an, und wenn ich von der Couch aus einen weißen Entenpopo vorbeiwackeln sehe, flitze ich schnell raus und mache die Tür zu.

Aber ein wetterbedingt schlechtes Gewissen werde ich mir abgewöhnen – ICH habe immer noch Eisbeine.

Vom Winde verweht

…hat es hier ein Ei, was ich -weil Miniformat- eigentlich den nestbauenden Elstern spendieren wollte. Nachdem es den Flug aus 1,20 m Höhe unbeschadet überstanden hat, habe ich es zwecks näherer Analyse wieder einkassiert.

Das Gewerkschaftshühnchen, Produzentin des unzerstörbaren Eis, war gestern unfreiwilig seitwärts unterwegs, die dicken Hühner und Herr Hahn kämpften Monroe-mäßig mit flatternden Unterröcken.

Die Entchen sind anscheinend ausreichend aerodynamisch, die wirkten recht unbeeindruckt, nur waren sie -je nach Windrichtung- entweder Schleich- oder Rennenten.

Das Pflaumenbäumchen hat Verbeugung gemacht und bekam in einer Regenpause wieder einen Pflock spendiert, den es in den letzten Jahren nie brauchte, vom Hühnerzaun haben sich paar Teile entfernt und sämtliche Sichtschutzmatten sind in Segelstellung gegangen.

Dem Vorbesitzer unsere Hütte halte ich nach jeden Sturm ein Dankgebet für das häßliche, aber krisenfeste Asbestdach, und mich selbst beglückwünsche ich zur Umstellung von Öl- auf Holzofen. Mit den Ölöfen wären wir die letzten Tage nicht weit gekommen, der Holzofen findet es lustig. Sturmbedingt habe ich jetzt meinen ersten Kuchen im Holzherd gebacken, weil ich mein Talent kenne – kaum ist was Spannendes im Ofen, fällt der Strom aus (hatte ich mal in der Kombination „Gäste im Haus/Schweinebraten“, nur damals noch ohne unplugged-Herd als Backup). Diesmal blieb der Strom an, der Kuchen wurde trotzdem lecker.

Und da die Regentonnen jetzt wieder gefüllt sind, reicht mir das eigentlich an meteorologischen Aufregungen – wo kann ich bitte eine Portion langweiliges Wetter bestellen?

Es wird Frühling

…wollte ich ursprünglich melden.
Sherlock läßt morgens wieder sein „ich bin das allmächtige Hähnchen“-Geschepper hören, besonders, wenn dieser aufmüpfige Außenvogel (sehen kann man ihn nicht, aber er macht lustige Töne, klingt wie eine Schießerei in einem Science-Fiction-Film) wieder was freches gesagt hat.
Das Pflaumenbäumchen blüht zum ersten mal, Pfirsich „Anneliese“ will auch bald loslegen und die Hühner liegen als platte Flundern in der Sonne.
Und dann kommt eine heimtückische Wolke und kippt mir einen Schwung Eiskrümel ins Ohr.
Ich möchte mich beschweren.