Das war knapp

Ich flitze auf die Terrasse, um zu sehen, ob meine neuesten Verbesserungen (ablenkendes Käfiggitter weg, „hier legen Sie richtig“-Gipsei rein) angenommen wurden, finde kein Ei, denke „Fehlalarm“, drehe mich um und…

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Mit etwas mehr Übung legt sie es gleich in den Kühlschrank 😉 .

(wenn jemand die Sägespäne stören: ich habe auch grade beschlossen, daß ich einen extra Bereich für Holzbasteleien brauche, damit die arme Terrasse endlich mal chaosfrei bleiben kann)

Knapp daneben

Ich hab hier momentan so eine Art Geflügellazarett.

Lilly ist weder von Medikamenteneinnahme per Spritze ins Schnäbelchen noch von dem teuren Pelletfutter überzeugt. Der Kram stinkt gotterbärmlich nach Gummibärchen, und hätte der Produktentwickler den kläglichen Blick gesehen, mit dem sie in den Napf geschielt hat, würde er -hoffe ich- den Job wechseln.

Das mit „zweimal täglich“ kann ich momentan noch komplett vergessen, ich bin froh, wenn ich sie einmal am Tag verhaften kann.

Hühnchen Trick hat einen Fahrwerkschaden, mit der war ich am Mittwoch beim Tierarzt, sie hat ein entzündetes Beinchen. Der Kennzeichnungsring war eingewachsen, den hatte ich zwar schon rausoperiert und die Verletzung mit Jodsalbe verdoktert, aber als sie mehr statt weniger humpelte, war dann Behandlung von innen fällig.

Sie pickt aber schon nach mir, von daher sind wir auf dem Weg der Besserung.

Den Piepsis geht es gut, mit einem konnte ich jetzt näher Kontakt aufnehmen, weil er/sie es einmal pro Tag in die Pfirsichbaum-Absicherung rein, aber nicht raus schafft.

Statt einem Pfirsich habe ich dann ein empört trillerndes Piepsi „gepflückt“. Als netter Mensch hätte ich auch einfach den Maschendraht hochheben können, aber so lange sie noch klein und handlich sind, muß man die Gelegenheit nutzen. Irgendwie sieht der Zwerg aus wie ein geschrumpfter Vogel Strauß.

Pfirsichbaum „Anneliese Rudolf“ ist dieses Jahr richtig gut gelaunt, ich hatte schon mindestens 4 Pfirsiche essen können, 2 verschenkt und paar waren verunglückt oder von den Wespen/Hühnern vor mir entdeckt worden.

Nächstes Jahr brauchen die Ästchen eine Stütze.

Gestern fand ich im zweckentfremdeten Hasenstall ein klitzekleines grünes Ei.

Ich war dezent fassungslos, daß das verrückte Huhn Goldie tatsächlich mal was vorschriftsmäßig erledigt hatte, und habe dementsprechend heute anstandslos die Terrasse verlassen, als sie kläglich krächzend auf der Matte stand.

Danach fand ich das hier:

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Da das arme Ei einen leichten Blechschaden hat, vermute ich, sie hat irgendwo was von „Abrollnestern“ mitbekommen und eine DIY-Lösung entwickelt. Wenn man das Ei von der Klappe runterpurzeln läßt, rollt es auch ab…

Vielleicht sollte ich jetzt noch ein Sprungtuch für tieffliegende Eier an der Werkbank antüddeln.

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Mißverständnis

Pünktlich zur Tagesschau:

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Das kommt davon, wenn man sich´s einfach machen will. Heute lief in Sachen Geflügel-ins-Bett-geh-Ritual nichts nach Schema, die Enten wollten früher in den Stall und damit kam das ganze System durcheinander. Normal gehen erst die beiden Hühnchen ohne Heck in den Entenstall, kriegen da Abendessen und werden dann von mir abgefischt. Diese Variante fiel also heute weg. Dazu mußte ich noch Attila plus Piepsis zwischen den Regenschauern einsammeln (die neueste Untat von denen erzähle ich morgen). Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, stand mein fertiges Essen auf dem Tisch – normalerweise will hier niemand vor 21 Uhr eingesperrt werden.

Der Kindergarten war erfolgreich eingeparkt, die Hühnchen ohne Heck noch unentschlossen, also kam ich auf die bahnbrechende Idee, die Wohnzimmer-Terrassentür aufzumachen, einen Futternapf gut sichtbar zu platzieren und mich erstmal mit  meinem Essen zu beschäftigen. Manches löst sich ja von alleine am Besten.

Die Araucanas tauchten auch -wie immer mit krächzenden Klagegesängen- vor der offenen Tür auf. Daß Erpelchen hinter ihnen irgendwelche Drohungen durch die Stallwand wisperte, machte die Sache nicht unbedingt einfacher (den Enten scheint es nicht zu passen, daß ihr Stall zweckentfremdet wird. Jeden Abend stehen sie erstmal skeptisch und beratschlagen, ob da vielleicht noch ein Huhn drin ist. Wenn ich´s mir genau überlege, war der frühe Feierabend vielleicht sogar eine ausgeklügelte Strategie).

Die Hühnchen kreisen um den Eingang, ich feuere sie an. Aber der Sache ist nicht zu trauen, immer wieder verschwindet ein Huhn aus dem Blickfeld, um kurz darauf wieder auf der Stufe zu stehen.

Bei Nr. 8 taucht comicmäßig eine Glühbirne über dem Kopf auf und sie macht einen Schritt über die Schwelle. Jawohl, braves Huhn!

Statt zum unübersehbaren, schlimmpinken Futternapf zu gehen, fliegt sie urplötzlich wild gackernd über den Couchtisch und landet auf meinem Kopf.

Danach gackerte ich und Nr. 8 dackelte über die Sofalehne, um sich dann würdevoll auf einem rumliegenden Handtuch (letzte Hitzewelle läßt grüßen) niederzulassen.

Zumindest weiß ich jetzt, was den Damen beim Probeschlafen im Hühnerstall nicht gepaßt hat – die Ausstattung war wohl nicht komfortabel genug.

Zum Glück war Nr. 8 so höflich und hat vor dem Reinkommen noch einen Klecks gemacht, so daß, solange ich sie nicht in Panik versetzte, von der Seite her wenig Gefahr drohte. Jetzt betete ich nur, daß Goldie nicht einen ähnlichen Stunt hinlegt und in meinem Grillgemüse notlandet.

Goldie ist ein höfliches Huhn und bleibt am Boden. Also Tür zu, vorsichtshalber auch Schlafzimmer- und Badezimmertür, langsam habe ich den Verdacht, das ist die Strafe dafür, daß ich letztens bei einer Fernsehsendung Hühneranfänger ausgelacht hatte. Ich wollte dieses klassische Aussteiger-Landleben-„Hurra, ich besitze einen Salatkopf und will deshalb ins Fernsehen“- Ding gar nicht anschauen, aber gerade, als ich eingeschaltet hatte, machten sie einen Karton mit neuen Hühnern auf und das Huhn flog wild zeternd aufs Scheunendach. Als Unbeteiligter fand ich das ziemlich erheiternd.

Als direkt Betroffener holte ich erstmal Deckel für Topf und Teller, sicher ist sicher.

Dann holte ich den Fotoapparat, und danach kamen 5 Jahre Erfahrung in Hühnerpsychologie zur Anwendung und ich konnte beide Damen ohne irgenwelchen Flurschaden einsammeln.

Und da sie ja offensichtlich gerne Haushuhn sein möchten, habe ich ihnen einen Parkplatz auf der Terrasse versprochen. Mal sehen, was sich machen läßt.

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Wohlerzogene kleine Hühnchen

Kleine Hühner quengeln nicht – sie hüpfen.

Nachdem Goldie hartnäckig gegen die obere Knastabdeckung hopste, konnte ich mir das Elend nicht mehr mit ansehen und mit dem Gedanken „das wirst Du heute Abend bitter bereuen“ ließ ich die beiden Kügelchen im Garten herumdackeln.

„Aber heute Abend seid ihr wieder hier!“

Erheiternder Nebeneffekt: Hühnchen „Track“, schon die ganze Zeit höchst interessiert an den Azubis, stellte sich sofort dazu und spielte Kindergartentante. Sehr süß.

Irgendwann wurde ihr das aber wohl zu langweilig oder sie war nur stundenweise gebucht; zwischenzeitlich fand ich Goldie einsam auf der Terrasse und die kleine 8 verwandelte sich in eine zeternde Kanonenkugel, weil sie nicht wußte, daß ich auch mal durch die Terrassentür komme (sie hat wirklich eine beachtliche Hüpf/Flugweite).

18 Uhr, die Glocken bimmeln – und beide Hühnchen sitzen brav wieder in ihrem Knast.

Sowas hat es hier in 5 Jahren Hühnerabenteuer noch nie gegeben.

Eßt euer Gemüse!

Ein weiteres Minihuhn-Problem: das vorrätige Futter war zu groß für die kleinen Schnäbelchen.

Als Übergangslösung mußte eine Körnermischung für Kanarienvögel herhalten (hatte ich für einen Besuchs-Distelfink gekauft) und eingeweichte Pellets.

Jetzt habe ich gebrochene Körnchen im Angebot, und prompt finde ich einen grünen Bodensatz im Futternäpfchen: „Erbsen sind doof!“.

Anscheinend sind die Unterschiede zwischen Hühner- und Menschenkindern nicht so groß wie gedacht…

Momentan ist „Nachsitzen bei Erbsenschrot“ angesagt 🙂 .

Und Mini-Raptörchen Nr. 8 (in der nächsten Regenwoche muß ich mal ein Photoshop-Versuchsprojekt starten, wäre doch gelacht, wenn wir keine 8 auf das Huhn kriegen…) macht ihrer Optik alle Ehre – als ich sie gestern eingesammelt habe, wurde nach erstem Protest das Hälschen immer länger, ich dachte noch, ach wie süß, da ging das Hälschen um die Kurve, meine Finger wurden grimmig angepeilt und dann hackte sie doch tatsächlich nach mir. SEHR beeindruckend 😀 , aber netter Versuch.

Schnabelige Babyfotos

Wie ich schon sagte: seeeeehr skeptisch 😉

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Ich finde, wenn Vögel keinen Kükenflaum mehr haben, aber auch noch nicht richtig „fertig“ sind, sehen sie immer extrem unwürdig aus.

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Diese Farbe nennt sich offiziell „goldhalsig“. Gold und mangels Heck kugelförmig – ich bin am überlegen, ob ich sie nach einer gewissen goldenen Kugel einfach „Rocher“ nennen soll?

Aber was machen wir dann mit der schwarzen Kugel? Pauschal „Sarotti“? „Rumkugel“ kann man nicht schimpfen, scheidet also aus. Hat noch jemand eine geeignete schwarze Kugel im Angebot?

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Die Sachsenhühner sind wieder begeistert, daß jemand kleiner ist als sie, und haben ihren Wohnsitz zum Kinderknast verlegt. Heute Abend parkten alle drei Sachsen und die Enten vor Sing-Sing – obwohl es kein Futter abzugreifen gab.

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Synchronisierungsprobleme zwischen Lilliput und 3XL

Gestern habe ich meine neuen Mitarbeiterinnen abgeholt. Irgendwie vergesse ich regelmäßig, daß handelsübliche Hühnchen, besonders vor der Pubertät, schlicht und einfach mikroskopisch sind. Zumindest in unserer Hühnerwelt hier.

Zum Trost nach der Fahrt hatte ich die zwei Handvoll Hühnchen nochmal in SingSing zwischengelagert und wollte ihnen einen provisorischen Schlafplatz einrichten.

Wie das so ist – die Kinderlein wissen alles besser. „Och, da oben gackert´s so interessant…“

Da sie aus einer großen Hühnchen-KiTa (bzw. HüTa) kommen, dachte ich, so zu zweit ist es ihnen vielleicht unheimlich, und habe sie diskret in den Stall gesetzt, als der Rest der Truppe schon eingeparkt war.

Heute morgen wollte ich sie wieder aussortieren, damit sie nicht irgendwo unter die Räder oder in die Entenbadewanne geraten. Tür auf, dicke Hühner raus, ich rein – gluckendes Babettchen und Oma Swiffer waren noch im Stall, aber wo sind die Azubis? Sie werden doch hoffentlich nicht vom Rest der Truppe verfrühstückt worden sein?

Unter einem an der Wand lehnenden Gitter finde ich die armen Viecher als schlotternden Stapel: „Riesen! Alles Riesen! Wo sind wir hier nur hingeraten?!“

Retten lassen wollten sie sich natürlich trotzdem nicht, und mit dem kleinen Format können sie sich im Stall richtig in die Kurve legen. Man stelle sich so eine Art Renn-Amsel mit wild schwingenden Beinchen vor. Ich als böser Octopus in der Mitte, und Swiffers Rolle blieb ungeklärt – rentnertypisch stand sie beiden Parteien ständig im Weg.

Nachdem das erboste Babettchen dreimal überrannt worden ist, hatte ich die kleinen Kerlchen verhaftet und wieder in Schutzhaft im Garten einquartiert.

Jetzt darf ich einen Kindersitz für Hühnchen basteln, als streßfreie Übernachtungsmöglichkeit.