Der Buttermilch-Wetterzauber

Zumindest bei mir funktioniert er zuverlässig: ich habe drei verschiedene Sorten Buttermilch im Kühlschrank, für umfassende Vergleiche, und prompt bleibt das Thermometer brav unter 25 Grad.
Buttermilchbedürftig werde ich aber nur, wenn es ÜBER 25 Grad sind.
Jetzt müssen Himbeeren und Erdbeeren in Joghurt versenkt oder mit Hilfe chemischen Schnellpuddings auf Törtchen gestapelt werden – welch schreckliches Schicksal…
Irgendwann muß ich mich mal aufraffen und einen echten Pudding mit Vanilleschote und eigenem Ei basteln – im Moment überwiegt die Faulheit (und der letzte Versuch scheiterte an einer falschen Angabe im geerbten Fünfziger-Jahre-Schulkochbuch, wo ich unterstelle, der Fehler war von Dr. Oetker gesponsort 😉 ).

Erdbeerparty

Alle Jahre wieder – das Erdbeerbeet ist der reinste Dschungel.
Ich frage mich, ob man über 60 sein muß, damit der Anteil an Erdbeerpflanzen im Beet über 75% liegt – jedenfalls bin ich immer ganz neidisch, wenn ich diese picobello-Omigärten sehe.
Da bin ich noch paar Jahre von entfernt.
Aber zumindest fanden sich unter dem Unkraut erste Erdbeeren. Große Begeisterung, bis ich feststellte, daß die besonders toll aussehenden Beeren aus einem Hochbeet bewohnt waren.
Ein Viech, aussehensmäßig würde ich es als mikro-Tausendfüßler einordnen, hat sich mit seinen Kumpels fröhlich in der Erdbeere niedergelassen und ringelte zufrieden in der selbstgeknabberten Höhle herum.
Fand ich unverschämt.
OK, Google sei Dank, gerade festgestellt, das ist tatsächlich ein Erdbeertausendfüßler. Mit der großzügigen Gabe von kompostiertem Hühnermist habe ich ihm vermutlich einen Gefallen getan, im großen Beet ist er mir nicht aufgefallen, da gab es nur zwei von neugierigen Schnecken angeknabberte Früchte.
Von den unbewohnten Erdbeeren ging der größte Teil an mich (Verursacherprinzip 😉 ), zwei waren für Sittichs.
Sherlock fiel wie erwartet begeistert über die Erdbeere her, knipste erstmal sorgfältig sämtliche Nüßchen ab, als er wieder im Blickfeld auftauchte, klebte ein Klecks Erdbeere auf seinem Schnabelrücken. Als Phase 2 zerlegte er sorgfältig eine klebrige Kiwischale, um dann nochmal in die Schüssel mit Frühstückskörnchen abzutauchen.
Ich frage mich, ob es die Gattung „panierter Sauereisittich“ gibt und wenn ja, wie das auf Latein heißt. „Ferkelus maximus Flatterensis“ oder so.
Lilly trippelte erstmal verschreckt rückwärts, als ich ihr die andere Erdbeere anbot. Da war anscheinend eine Gebrauchsanweisung fällig.
Erster Versuch: Erdbeeratom per Fingernagel abgepult, auf die Fingerspitze gelegt und angeboten.
„Nö – ist kein Körnchen!“
Körnchen genommen, Erdbeeratom draufmontiert und serviert.
Siehe da, danach hat sie ein verkleckertes Erdbeerstückchen eingesammelt – Mission gelungen.
Trotzdem traut sie sich an eine ganze Erdbeere nicht ran, ein abgetrenntes Stückchen hat sie dann -höchst langsam und damenhaft- geschnäbelt.
Ich muß ihr mal eine Minierdbeere suchen, die nicht so bedrohlich wirkt.
Meine Erdbeeren gab es mit Bio-Vanillejoghurt.
Außerdem habe ich mit Wohlwollen entdeckt, daß auch schon Himbeeren und Johannisbeeren rot sind. Folglich können mich die Supermärkte mit ihren Buttermilchschikanen mal kreuzweise (meine Lieblingssorte – Weihenstephan Waldfrucht- wird seit letzem Jahr boykottiert) und ich pansche mir da selber was zurecht.
Rohstoff ist ja da.