Superservice der GEZ

Von der GEZ kam ein -durchaus taktvoller- Brief, daß sie das Beitragskonto jetzt auf mich umgeschrieben haben. Da der herzallerliebste Schatz Freiberufler war, hatten wir „alle Jahre wieder“ die netten Nervbriefe, wo man die Herrschaften mehr oder weniger freundlich daran erinnern mußte, daß Freiberufler mit Homeoffice keine zusätzlichen Gebühren zahlen müssen.

Diesen Mist würde ich jetzt natürlich gerne abmelden.

Darf ich auch – wenn ich 20 Cent für einen Anruf investiere, oder noch mehr Geld für eine Briefmarke ausgebe.

Toller Service – ich frage mich, ob das überhaupt zulässig ist? – erinnert doch sehr an die Gewinnspielabzocker.

 

(wie ich sehe, gibt es auf der Website ein Kontaktformular, was ich dankend nutze. Hilft einer Omi ohne Internet aber nicht wirklich weiter. Ich finde, wenn man schon gegen seinen Willen alle möglichen blödsinnigen Sendungen finanzieren muß, sollte zumindest eine Hotline zum Null- oder Normaltarif drin sein)

Sehr geehrte Damen und Herren vom Beitrags“service“,

alle Jahre wieder erwarten Sie, daß ich –außer Zwangsgebühren zu zahlen- auch noch Ihre Büroarbeit erledige.

Wir leben im Jahr 2015 und es gibt leistungsfähige Computer.

Wenn Sie also von einem dubiosen Adreßhändler Anschriften einkaufen, die dieser irgendwie aus dem Internet gefischt hat, wäre Möglichkeit 1, einfach mal bei Google zu prüfen, ob es diese „Firma“ überhaupt gibt.

(Gibt es nicht, es ist die Unterseite einer Firmenwebsite, die Sie als Firmenname verwenden).

Möglichkeit 2 wäre, im eigenen System mal zu überprüfen, ob es für die genannte Anschrift schon eine Anmeldung gibt – in einem Ort mit 800 Einwohnern sind Bürohochhäuser eher selten.

Diese Beitragsnummer gibt es, die habe ich Ihnen in den letzten Jahren bei ähnlichen Scherzen regelmäßig mitgeteilt und mache es in Zukunft nur noch, wenn ich dafür als Aufwandsentschädigung weniger Gebühren zahlen muß.

Ob es zulässig ist, diese Kundenfangbriefe als „Infopost“ zu deklarieren, halte ich auch für zweifelhaft, da Rechnungen und Mahnungen ausgenommen sind und dieser Wisch

a.) die Vorstufe zur Rechnung ist und

b.) ja absolut keine „Infos“ enthält, im Gegenteil.

Das schicke ich den Kameraden jetzt im „bitte frankieren“-Umschlag, den man nicht frankieren muß, weil ja „Antwort“ draufsteht. Wenn die da soviel Langeweile haben, kann ich sie gerne beschäftigen, ich bin es langsam wirklich leid mit dem Saustall.

Entweder, sie berechnen die Gebühren einmal für Anschrift mit korrekt geschriebenem Namen und einmal für einen Schreibfehler (da mußten wir eine zeitlang sogar beides zahlen, bis sie es endlich kapiert hatten), oder wir müssen ihnen jedes Jahr erklären, daß Freiberufler im Homeoffice nichts extra zahlen müssen (man kann´s ja mal versuchen, den Leuten ihre Zahlungspflicht einzureden), oder, wie jetzt, fabrizieren sie Phantasiefirmennamen und der Spaß geht von vorne los.

Mein Sinn für Humor ist jetzt erschöpft.

Wer ähnlichen Ärger mit diesem nicht-Service hat, kann sich den Text gerne kopieren.