Der geheime Hort des Gewerkschaftshühnchens

Seit Wochen fehlen mir sämtliche braunen Eier.
Babettchen und Amsel haben im Winter tapfer gearbeitet und könnten deshalb evtl. eine Pause machen – wenn der Holunder blüht, legen die Hühner meistens weniger (der Holunder ist unschuldig, es ist einfach die Jahreszeit).
Das Gewerkschaftshühnchen hat aber schon den Winter über nix abgeliefert und nach der Attacke von Frau Sperber gleich nochmal eine Schreckpause drangehängt. Müßte also noch Munition haben.
Und ich habe sie oft hysterisch gackernd am Zaun entlangflitzen sehen, was den Verdacht nahelegte, daß sie ihr Ei irgendwo im Garten deponiert hatte. Netterweise ist sie, um rauszukommen, immer über das Törchen geflattert, nur um sich auf dem Rückweg darüber zu beschweren, daß da urplötzlich ein Zaun im Weg steht, an dem sie dann untröstlich hin- und herrennt.
Selbstverständlich ist das ganz allein meine Schuld, sieht der Hahn auch so.
Letztens ging sie mir mit ihrem Gezeter so auf den Geist, daß ich ihr mit dem Stiel der Hacke gegen das Heck gestupst habe.
Diese Aktion lieferte dann das nötige Adrenalin für paar Dezibel mehr Lautstärke – und dem nötigen Auftrieb, um über den Zaun zu hüpfen.
Sämtliche bekannte und potentiell interessante Lieblingslegeplätze hatte ich schon abgesucht und nichts gefunden.
Am Samstag war ich exakt zur richtigen Zeit im Garten und sah sie konspirativ unterm rausgerupften Wurzelstock verschwinden. Der war eigentlich als Eidechsenparadies gedacht und nicht als Hühnchenausweicharbeitsplatz.
Nachdem sie -ausnahmsweise- sogar anstandslos zurück über das Törchen gehopst war, bin ich der Sache nachgegangen:

Marans Eier.jpg

8 Eier habe ich rausgefischt, werd mal einen Schwimmtest machen, was zweifelhaft ist, bekommen die Krähen, die waren heute wieder fleißig bei der Flugabwehr.
Und jetzt ratet mal, wer am nächsten Tag mit triumphierenden Gackern aus einer völlig anderen Gartenecke angewackelt kam…
(Fortsetzung folgt, fürchte ich…)

Beweisfoto

Natürlich hat es wieder geregnet.
Ich war dann aber stur und bin zurückgelaufen, um erst das Billigknipsding zu holen. Was mich prompt im Stich gelassen hat, mehr als ein Foto haben die Batterien verweigert.

20140502-DSCF1012-Woelkchen

Dummerweise habe ich keine Ahnung, nach wieviel Tagen die kleinen Fichten ausschlüpfen – aber ich werde es genau beobachten 😉 .

Hühnchennotizen

  • 15.45 Uhr Die Straße runter ist irgendeine Dorfdisco. Der Hahn jodelt fröhlich mit, zwar nicht sehr textsicher, aber ausdauernd. So ähnlich stelle ich mir das am Ballermann vor.
  • 20.22 Uhr Punktgenau zur Hühnereinsperrzeit hat sich die himmlische Gartenbewässerungsautomatik auf höchster Stufe eingefunden. Auf dem Weg zum Stall denke ich noch, gut, daß ich bei dem Schutt nicht noch Wölkchen aus dem Gebüsch pflücken muß. Ratet mal, wer nicht im Regal saß…
    Auf Fußabtreterformat ausgebreitet flunderte sie in ihrer Lieblingsecke und bebrütete hingebungsvoll ein paar Fichtennadeln.
  • Eierwettstreit?

    Wie immer, wenn man keinen Fotoapparat am Mann hat (nein, mit dem Handy geht nicht, weil das im Dauertiefschlaf ist und außerdem keine Kamera hat).
    Eben will ich die Eier holen, da finde ich im Legenest 3 weiße Eier, ordentlich in einer Reihe, und gegenüber eine Reihe mit 3 braunen Eiern.
    Die braunen Eier waren außerdem von „normal“ nach „ach, Du dickes Ei“ sortiert.
    Jetzt frage ich mich, ob da ein Wettbewerb stattgefunden hat, nach dem Motto, Sachsenhuhn legt ein weißes Ei, Marans sagt „na warte!“, legt ein braunes, nächstes Hühnchen legt wieder ein weißes…
    Ich glaube, die Filmkamera kommt demnächst mal in den Stall, ist vielleicht ganz witzig zu sehen, was da so los ist.

    Nochmal Waschtag

    huhnwaschen.jpg

    …diesmal mit im Schrank gefundenem Babyshampoo, ursprünglich mal erworben für die zarte Pelle vom herzallerliebsten Schatz, der nötigen Technik für ein Beweisfoto und wohlweislich einem vorher nicht geputztem Badezimmer. Madame schaut angemessen skeptisch Außerdem hat sie ihre Schütteltechnik perfektioniert, aus … Weiterlesen