Hühnerhörspiel

Besonders amüsant an Hühnern finde ich (meistens), daß man nicht sehen muß, was sie gerade treiben, und trotzdem umfassend informiert wird, was bei ihnen gerade los ist.
Da die Hühnersprache überall gleich ist, klappt das auch mit Hühnern, die ich nie persönlich kennengelernt habe.
Ein jämmerliches, hohes „goooogogock..?“ heißt übersetzt: „Ich will ein Ei legen – wenn ich nur wüßte, wo!“
Sofort eilt der Hahn zu Hilfe: „Gruuuuh, holde Maid, wie wäre es mit diesem reizenden Plätzchen hier? Wird schon seit über einem Jahr von ihren Kolleginnen erfolgreich genutzt.“
„Goooogogock, ich weiß ja nicht, es ist ein ganz besonderes Ei, ich spüre das, und das kann ich doch nicht an so einem Allerweltsplatz ablegen.“
„Gruuuuuh, wie wäre es mit diesem Platz, sehr exklusiv, ruhige Nachbarschaft und Fernsicht?“
„Ach, ich weiß nicht, ist das dann überhaupt geeignet, wenn da noch niemand vor mir war?“
Spätestens jetzt hätte ICH das Hühnchen angeschnauzt und dabei die Textbausteine „beweg Deinen Arsch“ und „das Nest ist da, wo es schon immer war“ verwendet, aber so ein Hahn hat echt eine Eselsgeduld.
Wenn gar nichts mehr hilft, wird an das „Gruuuuuuh“ noch ein entzücktes „gluckgluckgluck“ angehängt, was übersetzt in die Maklersprache bedeutet: „Hier habe ich eine ganz reizende Wohnung, dicht gelegen am 5-Sterne-Gasthaus mit Bringdienst“ (da muß nicht wirklich ein exorbitanter Wurm sein, manchmal bescheißt er auch, damit er seine Ruhe hat).
Die Sachsenhühnchen lassen sich immer ewig feiern, bis sie mal ihr Ei abliefern, der Rest der Truppe macht erst Spektakel, wenn das Werk vollbracht ist.
Oder wenn man sich am Nest in die Haare – ähem, die Federn- bekommen hat.

Planänderung

Wie man auf den „blauen“ Fotos teilweise sehen kann, ist die Terrasse momentan nicht gerade in freizeittauglichem Zustand.
Das sollte sich ändern.
Außerdem hatte ich beim Streichen und Schräubchensortieren einen zwielichtigen Geruch bemerkt; Hauptvedächtiger war ein kleines Netz mit einem Rest Steckzwiebeln, die nicht mehr ins Beet gepaßt hatten.
Gestern war feierliche Umrüstung auf Sommer-Sonne-Freizeit geplant. Frühstück auf der Terrasse geht nicht mehr, wegen Sittichs, aber abends könnte man ja mal draußen sitzen, falls Scheißhausfliegen, Bremsen und Stechmücken es erlauben (dies, liebe Leser, ist so ein Aspekt, den Landlust & Co. gnädig verschweigen…).
Ich schnappte mir einen Eimer für Schrott, verbannte alle Schräubchen, die definitiv älter waren als ich (oder wenigstens so aussahen) hinein, zusammen mit anderen sehr rostigen Objekten.
Ab damit an die Straße, Schrottentsorgung ist so ziemlich das Einzige, wo wir Rundum-Sorglos-Service haben. Sogar der Kühlschrank ist nach 3 Wochen „verdunstet“.
Nächster Eimer, nächster Akt: die Zwieblis. Vorsichtshalber mit Handschuhen gegriffen.
Schnüfftest: riecht zwiebelig, ansonsten unschuldig.
Rundumschnüfftest (wo sind meine Leihhunde, wenn man sie mal braucht?), die Plane, unter der 3 Säcke mit Betongemisch geparkt waren, geriet in den Kreis der Verdächtigen.
Ist da drunter jemand gestorben?
Feierliche Entwicklung der Säcke und der Palette, auf der sie (als Schutz gegen Wasser, aber leider vergebens) standen – gestorben war niemand.
Zumindest niemand, der auch mal geboren bzw. geschlüpft gewesen wäre…
Erinnert sich noch jemand daran, daß mir im Frühjahr sämtliche braunen Eier fehlten?
Babettchen hatte 5 Stück auf der Terrasse abgeliefert, und denen ging es jetzt witterungsbedingt nicht mehr ganz so gut.
Ich wollte sie dann samt Plane aufheben und in einem weniger belebten Teil des Gartens entsorgen, dabei blieb die Plane „planmäßig“ an der Palette hängen (wäre das an allen 4 Ecken so gewesen, wären die Säcke jetzt nicht hart…) und eine der Bomben ging hoch.
Statt Terrasse aufräumen war jetzt Gießkanneneinsatz und dann schnellstmöglicher Rückzug angesagt, bis die Sache verduftet war.
Ich hatte das heimtückische Huhn auch schon mal im Beet vor der Terrasse rumschleichen sehen und dann -logischerweise- nichts gefunden.
Daß die auf die Terrasse dackelt, unter die Plane fluppt und sich hinter den Betonsäcken reinklemmt – wer denkt denn an sowas?
Ich brauche Kameraüberwachung. Oder Peilsender.
Aber dann stehen als nächstes die Datenschützer vor unserer Bude.

Tag des toten Eis

Ich sehe gerade, die Überschrift ist im Sommer mißverständlich – es geht nicht um gefrorene Erfrischungen, sondern um Hühner im Vor-Entwicklungsstadium.
Heute morgen habe ich schon unabsichtlich das erste Ei gemeuchelt – das Gewerkschaftshühnchen legt inzwischen NOCH kleinere Eier wie früher, das hatte ich zuerst eingesammelt, die Sachsen haben ihren Out-Putt gesteigert und legen dieses Jahr schöne, große Eier.
Die haben dann im Meßbecher das Ei vom Gewerkschaftshühnchen quasi erschlagen, was mich dezent daran erinnerte, daß das Näpfchen mit den Muschelbröseln fast geplündert war.
Mittags wollte ich diesen Mangel beheben, samt Futter- und Wasser auffüllen, kaum gehe ich durchs Törchen, höre ich, wie der Hahn im Stall mit lautem „Rrrrrrrrrrrrr“ eine potentielle Eiablagestelle anpreist.
Na toll, komme ich mal wieder ungelegen.
Die Hühner flitzten raus, ich rein, füllte schnell Futter und Grit auf und kaum bin ich raus, tauchte im Türchen schon wieder ein interessierter Schnabel auf.
Die Sache war anscheinend dringend.
Abends wollte ich dann das Ergebnis dieser hochdramatischen Aktion besichtigen und endlich die Tränke nachfüllen.
Aha, Babettchen hat ein Ei gelegt, sehr vorbildlich.
Mit drei Eiern im Meßbecher und einer leeren Gießkanne marschiere ich raus, und als ich das Tor zumache, klemmt der Hahn so 2D-Wetterhahnmäßig zwischen Tor und Pfosten.
War wohl bißchen schlechtes Timing für eine hinterlistige Attacke.
Ich bin not amused, gehe wieder rein und er macht eine Umschulung zum Fußball.
Anscheinend steht er drauf, er könnte ja weglaufen, greift aber immer wieder an.
Als wir beide den Schnabel voll haben, sehe ich, daß mir bei der Aktion das Eiertöpfchen aus der Hand gefallen ist – noch ein schönes Ei hinüber.
So langsam wird mir der Gedanke, ihm im Herbst einen jungen Kollegen vor die Nase zu setzen, immer sympathischer…

Hühnchennotizen

  • 15.45 Uhr Die Straße runter ist irgendeine Dorfdisco. Der Hahn jodelt fröhlich mit, zwar nicht sehr textsicher, aber ausdauernd. So ähnlich stelle ich mir das am Ballermann vor.
  • 20.22 Uhr Punktgenau zur Hühnereinsperrzeit hat sich die himmlische Gartenbewässerungsautomatik auf höchster Stufe eingefunden. Auf dem Weg zum Stall denke ich noch, gut, daß ich bei dem Schutt nicht noch Wölkchen aus dem Gebüsch pflücken muß. Ratet mal, wer nicht im Regal saß…
    Auf Fußabtreterformat ausgebreitet flunderte sie in ihrer Lieblingsecke und bebrütete hingebungsvoll ein paar Fichtennadeln.
  • Frühlingsgefühle beim Huhn

    Alle Jahre wieder – Sing-Sing ist bereits mit der zweiten Insassin belegt:

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    I stuck in Folsom Prison…

    Zuerst war Smokey für den Vertikutierdienst eingeteilt, weil sie serienmäßig sämtliche Eier annektierte und dabei noch nicht mal vor Eiern außerhalb ihres Nestes halt machte.
    Wenn tatsächlich mal ein Huhn so schlau war, sich in das zweite Nest zu setzen, hat Smokey das arme, vernachlässigte Ei zu sich rübergekullert. Da ich als Nester solche Ölauffangwannen aus Kunststoff nehme, mit handbreit hohem Rand, hatten die so umgesiedelten Eier alle eine Macke, weil man mit dem Schnabel zwar hochrollen, aber nicht auffangen kann.
    Hat einen Moment (bzw. 3 Eier) lang gedauert, bis ich dahinterkam, warum wir plötzlich gededschte Eier haben.
    Kaum hatte ich für Smokey Sing-Sing reaktiviert, meldete Babettchen Interesse am Mutterschaftsurlaub an.

    20140428-DSC_4488-Babette

    Wenn die Temperaturen frühlingshaft sind (kann also auch in einem milden Herbst passieren und romantische Gemüter meinen dann, das Huhn „weiß“, daß es mild bleibt. Nein, weiß es nicht. Genausowenig, wie eine Pflanze, die dadurch irritiert wird und zur falschen Zeit blüht) und im Nest so um die 6 Eier liegen, kann Frau Huhn Lust auf Nachwuchs bekommen.
    Sie setzt sich dann auf die Eier, und wenn man sie nervt, macht sie „gluckgluckgluck“. Deswegen sagt man, die Henne gluckt.
    Wenn sie gluckt, legt sie keine Eier mehr (ihrer Meinung nach sind ja genug da, menschliche Frühstücksideen sind in ihren Berechnungen nicht vorgesehen), und deshalb hat der hungrige Mensch mit der Zeit angefangen, Hühnerrassen mit wenig oder keinem Bruttrieb zu züchten. Unsere klassischen weißen oder braunen Hochleistungslegehühnchen z.B. haben keinen Bruttrieb mehr.
    Als höchst idealistischer und naturverbundener Neuhühnerhalter will man solche „Fälschungen“ natürlich nicht haben und sucht „richtige“ Hühner, wo alles noch läuft, wie es die Natur vorgesehen hat.
    Und hat dann ein Jahr später eine Horde abwechselnd stimmungsschwankender Hennen, keine Eier und einen deutlichen Erkenntnisgewinn, was den Sinn von Legehennen angeht 😉 .
    In meiner Truppe sind die Cochins am „schlimmsten“, was die Brutwilligkeit angeht (kleine Hühnervokabellehre: wer gluckt, WILL brüten, dann entscheidet Mensch, ob Huhn brüten darf; ab dann heißt Mama Huhn offiziell Glucke, oder ob die Dame wieder dem Legedienst zugeteilt werden soll, dann wird „entgluckt“, und deshalb sitzt Babettchen im Knast), wobei der Wille zwar da ist, es fehlt allerdings bißchen die Kompetenz.
    Wölkchen z.B. hat dann eine jährlich wechselnde Lieblingsecke, die sie hingebungsvoll bebrütet – ob ein Ei drunter liegt oder nicht, ist nebensächlich.
    Betty scheitert an der 5-Eier-Regel, weil sie ihr Ei nur da hinlegt, wo noch keins liegt. Ist gegen jede Hühnerlogik, anscheinend ist sie Anhängerin der 1-Kind-Familie.
    Smokey hat als einziges einigermaßen Ahnung von der Sache, da haben wir es ja letztes Jahr mal mit Naturbrut versucht (endete mit dem Rühreivorfall). Smokey ist außerdem eine sehr bedienungsfreundliche Glucke, man kann sie rausnehmen oder nach den Eiern greifen, ohne daß man Leib und Leben riskiert. Manche Damen können da SEHR ungemütlich werden.
    Babettchen gehört anscheinend auch zur letzten Sorte.
    Bevor ich merkte, was sie vorhat, hat sie schon bei den kleineren Hühnern für Angst und Schrecken gesorgt, wodurch ein Ei zu Bruch ging (bei Smokey kann man sich einfach dazuklemmen).
    Als ich sie umsetzen wollte, verwandelte sie sich in so ein comicmäßiges Rad mit rotierenden Krallenfüßen, hat mir paar ordentliche Striemen am Arm verpaßt und schimpfte, was das Zeug hielt.
    OK, daß ich sie wegen dem zermatschten Ei kurz in die Regentonne halten wolle zwecks Unterbodenwäsche war halt auch mißverständlich – sie war definitiv gegen diese Aktion.

    Babettchen (Marans)

    Babettchen (Marans)

    Es soll unfreundliche Zeitgenossen geben, die eine Henne zum Entglucken in kaltes Wasser stecken oder sonstwelche unfreundliche Sachen machen (das bekloppteste, was ich gelesen habe, war ein Mann, der die potentielle Glucke zu den Junghähnen gesperrt hatte und das auch noch lustig fand). In Zeiten, wo die Damenwelt erwartet, daß Mann auf ihre PMS-Zickereien Rücksicht nimmt, finde ich das unpassend. Das Huhn kann ja auch nichts für seine Hormone.
    Um erfolgreich zu brüten, möchte Mama Huhn Ruhe, Dunkelheit und der Rest ist quasi ein Selbstläufer, der Bauch ist warm und dadurch bleibt sie im Brutmodus, bis unter ihr was piepst.
    Folglich ist meine Strategie zum Entglucken: so viel Familienanschluß wie möglich, jede Menge Tageslicht und übernachtet wird auf so einer umgedrehten Eurogitterbox, damit der Bauch gut gelüftet bleibt.
    Wenn zwei gleichzeitig glucken, ist das manchmal sogar günstig, die knurren sich dann im Knast gegenseitig an und nerven sich so, daß der Traum vom heilen Familienleben empfindlich gestört wird.
    Die ersten Tage lag Smokey einfach als Flunder in der Ecke und stand nur ab und zu zum Essen auf. Wenn sie dann öfters am Tag steht und frißt (eine brütende Glucke frißt meistens nur einmal am Tag, ansonsten sitzt sie auf den Eiern) und nicht mehr gluckt, wenn ich sie hochhebe, darf sie auf Bewährung wieder bei den Kolleginnen schlafen.
    Finde ich sie abends im Legenest, geht es zurück zum Vertikutierdienst, zuletzt saß sie ordentlich im Regal, deshalb hatte Babette die letzten zwei Tage Einzelhaft.
    Vorhin hat sie mich zwar wieder mit ihrem spektakulären Adlerschrei bedroht, aber nicht mehr gegluckt (sie macht das ganz toll – als ich sie abends in den Gluckenstall gesperrt hatte, ertönte es noch eine ganze Weile tief und drohend: „gluck —- gluck—- gluck—„), deshalb ist sie jetzt auch auf Bewährung draußen.
    Mal sehen, ob sie morgen wieder das Legenest annektiert hat.
    Wenn Frau Huhn entgluckt ist, dauert es aber noch einen Moment, bis sie sich umgestellt hat und wieder legt. Deshalb habe ich hier bei schönstem Frühlingswetter manchmal kaum Eier, weil die einen noch glucken, die anderen noch nicht wieder legen und die nächsten einfach mal keine Lust haben. Die Kundschaft kann das kaum glauben – sind doch schließlich jede Menge Hühner da!
    Wenn ihr also demnächst wo freilaufende Eier kaufen wollt und es sind keine da, wißt ihr zumindest, warum.

    Der Tag des Herrn

    Ich hatte als erste gute Tat des Tages im Miniwald bißchen gerodet, saß gemütlich in der Sonne, rundherum tschilpte es und die Welt war in Ordnung.
    Irgendwann nach 10 legte der heilige Bimbam los. Wir wohnen in einer erzkatholischen Enklave, dementsprechend haben die Glocken einen guten Sound und treiben meine Freundin aus den neuen Bundesländern bei ihren Besuchen zur Verzweiflung („Ich hab ja nix dagegen, wenn es zur vollen Stunde bimmelt. Aber wenn die Glocke Amok läuft…“).
    Die Glocke „lief Amok“ (=rief zum Gottesdienst), und ich beobachtete fasziniert, wie unten auf der Straße immer mehr Omis richtung Kirche trippelten.
    Einen Moment später legten Trompeten los. Aha, Freiluftveranstaltung, gute Idee bei diesem Wetter.
    Der Hahn faßte das als persönlichen Affront auf und jodelte einen ausführlichen Kommentar.
    Kaum machte er eine Pause zum Luftholen, brach unter den Mädels ein so lautstarker Streit aus (nur ein besetztes Legenest ist ein gutes Legenest), daß Herr Hahn ganz nachvollziehbar Gefahr für Leib und Leben vermutete und ein wildes Alarm-Bögöööck startete.
    Wenn die Herrschaften regelmäßig beim Gottesdienst dazwischenquatschen, brauche ich mich eigentlich über Luftangriffe und Dürreperioden nicht wundern…

    Ausgetrickst

    Herr Hahn ist hormonbedingt völlig durchgeknallt und ständig auf Krawall gebürstet.
    Ich könnte auch gehässig sein und es so interpretieren, daß er den jungen Damen nicht mehr gewachsen ist und er -da man sich als Hahn ja schlecht ein Cabrio kaufen kann, um das zu kompensieren- stattdessen mit mir Stunk anfängt, um dann als großmächtiger Held dazustehen. Da ich nicht krähen kann, verkauft er sämtliche Niederlagen als Sieg.
    Sein neuester Trick ist, morgens wie ein Kastenteufel durch das gerade geöffnete Türchen zu schießen und mit diesem Schwung dann zum Angriff überzugehen.
    Zwar löse ich das Problem, indem ich das Kommando „wegtreten!“ wörtlich nehme, aber da ich sowieso viel zuwenig Adrenalin habe, will ich das bißchen nicht auch noch jeden Morgen an nerviges Federvieh verplempern.
    Mein neuester Trick: man nehme eine große Metallschüssel, die als Ausweichtränke im Garten herumgeistert, und halte sie blitzschnell vor die gerade geöffnete Luke.
    DÖNK!
    Angemessen verwirrter Hahn wackelt über die Wiese.
    Ich muß wirklich mal Krähen üben.

    Da waren es nur noch 13

    Gestern abend fand ich im Stall einen Haufen grauer Federn, aus dem 2 gelbe Füßchen herausragten.
    Erst dachte ich, Oma Swiffer hätte es erwischt, da sie mich vor 2 Tagen noch ziemlich frech angeschaut hatte, wäre es halt schlicht der Lauf der Zeit gewesen.
    Bei genauerer Betrachtung des verbliebenen Jersey-Huhns war ich mir dann nicht mehr so sicher. Vom Gesicht und den Füßen her könnte ich schwören, es ist Oma Swiffer, die da fröhlich über die Wiese dackelt. Dazu muß man sagen, daß ich die beiden hauptsächlich am Gesicht bzw. den Augen unterscheiden konnte – New Jersey schaut immer mit wissenschaftlichem Interesse, Oma Swiffer guckt altersbedingt etwas „omahafter“ aus der Wäsche. Diese Art der erkennungsdienstlichen Behandlung weist ein paar Schwächen auf, wie ich jetzt feststellen konnte – wenn eine der Beteiligten die Augen für alle Zeiten geschlossen hat und Oma gleichzeitig frühlingsbedingt gut drauf ist, wird es echt schwierig.
    Zukünftig bekommen ähnlich aussehende Hühner immer einen bunten Ring, hilft alles nix.
    Wenn es meine hübsche New Jersey war, die jetzt nicht mehr unter uns weilt, habe ich allerdings keine Ahnung, woran es gelegen hat. Alle Hühner sind momentan topfit, vor kurzem sah nur das Gewerkschaftshühnchen noch bißchen kläglich aus, weil sie die wegen dem Sperberangriff abgeworfenen Federn ersetzten mußte. Inzwischen legt sie wieder.
    Vielleicht ist mein experimentierfreudiges Huhn auch schlicht so ungünstig von ihrem Parkplatz gehopst, daß sie sich mit dem Balken, auf dem der Hahn pennt, einen Kinnhaken verpaßt hat.
    Das wird wohl ein Geheimnis bleiben.

    jerseygiant.jpg

    Begossener Pudel – bzw. Hahn

    Herr Hahn fühlt sich ja frühjahrsbedingt wieder wie der Größte und hat deshalb letztens eine wohlverdiente Tracht Prügel bezogen (er hat angefangen).
    Gestern waren die Herrschaften wegen Sonnenschein länger wach, als ich mit der Gießkanne für Trinkwasser in den Stall kam, waren noch nicht alle Damen eingeparkt.
    Der Hahn hat noch nicht gesessen, sondern stand auf seinem Schlafplatz, und man sah deutlich die Rädchen rattern: „Hmmm, momentan ist sie gar nicht sooo viel größer wie ich.“
    „Freund, denk erst gar nicht dran!“
    Herr Hahn sieht weiterhin aus, als mache er irgendwelche Berechnungen.
    Ich habe keine Lust, den Fettsack ungebremst in den Bauch zu bekommen, also nehme ich die Gießkanne und schütte ihm einen Schluck Wasser über die Füße.
    Er guckt verwirrt, hopst von der Stange und dackelt Richtung Ausgang.
    Kann die Sache dann aber nicht auf sich sitzen lassen, dreht sich um und fängt wieder an mit seiner Risikokalkulation.
    Mir wird die Sache zu blöd und ich gieße ihm Wasser auf den Rücken – „siehste, ich kann so was!“
    Empört flitzt er raus und startet erstmal einen Krähmarathon – der weiß genau, daß ich dabei nicht mithalten kann.

    Eierwettstreit?

    Wie immer, wenn man keinen Fotoapparat am Mann hat (nein, mit dem Handy geht nicht, weil das im Dauertiefschlaf ist und außerdem keine Kamera hat).
    Eben will ich die Eier holen, da finde ich im Legenest 3 weiße Eier, ordentlich in einer Reihe, und gegenüber eine Reihe mit 3 braunen Eiern.
    Die braunen Eier waren außerdem von „normal“ nach „ach, Du dickes Ei“ sortiert.
    Jetzt frage ich mich, ob da ein Wettbewerb stattgefunden hat, nach dem Motto, Sachsenhuhn legt ein weißes Ei, Marans sagt „na warte!“, legt ein braunes, nächstes Hühnchen legt wieder ein weißes…
    Ich glaube, die Filmkamera kommt demnächst mal in den Stall, ist vielleicht ganz witzig zu sehen, was da so los ist.