Berufstätiges Huhn

Faszinierend – zweimal mit Zugezogenen gequatscht ergibt mehr Kontakte wie eine Vereinsmitgliedschaft bei den Ureinwohnern.

Weil ich bei dem Enten-Opa erzählt hatte, daß Goldie gluckte wie bescheuert, stand heute ein alter Herr aus dem Nachbarort vor der Tür, dessen Goldfasanendame keine Lust mehr auf Mutterschaft hat.

Goldie ist jetzt ausgeliehen, mal sehen, ob sie sich überzeugen läßt – sie ist zwar weitgehend wieder entgluckt, „redet“ aber immer noch mit dem Nest.

Beautiful Morning

Die „Fossilien“ unter uns kennen das noch, war ein Instrumentalstück mit Vogelgezwitscher.

Hier hört sich das momentan irgendwie vollkommen anders an.

Legehühnchen Zora sitzt im Nest und tut seine Pflicht.

Kampfkugel „Nr.8“ kreist mit Klagegesängen drumherum, anscheinend ist es indiskutabel, das Ei einfach daneben zu legen. Ich bin (mal wieder) in Versuchung, ein zweites Legenest anzubieten, obwohl ich weiß, wie die Sache ausgeht: nur ein besetztes Nest ist ein gutes Nest.

Genau aus diesem Grund hatte bis vor kurzem überhaupt kein „richtiges“ Nest mehr drinstehen (was mir einen Anschiss einer Facebook-Hühnerkuschelzicke eingebracht hat im Sinne von „ob ich nicht lesen könnte, wenn sie fragt, WELCHE Nester man empfehlen kann, ist es ja eine Zumutung, sie mit der Aussage „gar kein Nest, das geht auch so“ zu belästigen!), eine Ecke auf dem Boden ist schließlich beliebig erweiterbar. Streit gab es dadurch weniger, aber momentan ist mir zuviel Wallung in der Truppe, und zur Reduzierung ungeplanten Rühreies steht da jetzt ein Katzenklo mit Deckel drin, für ungestörtes Arbeiten.

Als würde das krächzige Gejammer von Nr. 8 nicht reichen, scheint das Gewerkschaftshühnchen draußen im Garten ein ähnliches Problem zu haben, sie klingt wie eine Krähe, wo der Sender nicht korrekt eingestellt ist.

Bruce hat anscheinend Dresche gekriegt, Kamm ist bißchen blutig und er bögööööckt in den höchsten Tönen. Schorsch überkräht ihn energisch (Bruce hat definitiv die schönere Stimme, nur dummerweise hört man sie öfters, als mir lieb ist, deshalb suche ich für ihn einen neuen Wirkungskreis) und als wäre das nicht disharmonisch genug, beschließt Opa, der bis vorhin nur ein halsloser, kläglicher Federklops war, sich auch noch zu beteiligen – wer braucht schon Hormone zum Krähen!

Das Ergebnis war nicht unbedingt überzeugend.

Wie nervig zuviele Junghähne im Frühjahr sind, kann man auf Facebook beobachten: so, wie bei typischen Frauenseiten auf den Beitrag „ich habe Parfümproben abzugeben“ alle „ichichich!“ schreien, ist die Reaktionsquote, wenn jemand schreibt „Hahn gesucht, muß nicht Ausstellungstauglich sein“.

Bruce

Bruce

Attentat

Hier gab es irgendeinen Angriff. Wildes Geschrei bei den Hühnern, nonstop zeternde Krähen und Eichelhäher, und als ich raus wollte, klebten die Enten schon an der Waschküchentür (sollte ich da eine Katzenklappe einbauen oder würde der Hinweis „nur im Notfall öffnen“ ignoriert werden?) und von den Hühnern war nichts zu sehen, außer einem ratlosen Schorsch unter den Fichten. Im Stall war auch nichts, aber der riesige alte Wacholder klang, als würden aus ihm per Modem jede Menge Mails verschickt (Hühner machen recht witzige Geräusche, wenn ihnen was bedenklich ist).

Ein paar Popos waren zu sehen; Zora ist noch da, die beiden Nervkügelchen, die 2 neuen Sachsenhühner (eine soll Luzi(fer) heißen, für die andere wird noch ein schwarz/teuflischer Name gesucht), wild mausernde Sachsenhühner in derzeit angesagter Geier-Optik, Dauerwellenpopo von Attila, Gewerkschaftshühnchen und da der Wacholder niest, scheint auch Smokey noch da zu sein, wegen ein paar rumliegenden Fluffelfedern hatte ich da Bedenken.

Den Hahn habe ich in der hintersten Ecke vom einsturzgefährdeten alten Ziegenstall gefunden, nach solchen Aktionen bin ich jedesmal froh, daß das Ding aus Faulheit und weil er außer Sicht ist, nie abgerissen wurde, obwohl es mit einmal kräftig Niesen eigentlich schon erledigt wäre.

Noch ungeklärt ist der Status von Amsel, Bruni und Bruce, dem zweiten Hähnchen. Liest hier jemand mit, der sich mit Unterschichtfernsehen auskennt und es zugibt? Hieß der „Drama, Baby!“-Typ Bruce? Als ich das Hähnchen letztens hochgehoben hatte, gab es nämlich wildes Gezeter einschließlich Halsfedern sträuben, daher die Überlegung.

Aber erstmal muß ich abwarten, wie lange die Hühner noch auf Tauchstation bleiben und ob das Thema Namensvergabe überhaupt noch aktuell ist.

Beweisfoto

Natürlich hat es wieder geregnet.
Ich war dann aber stur und bin zurückgelaufen, um erst das Billigknipsding zu holen. Was mich prompt im Stich gelassen hat, mehr als ein Foto haben die Batterien verweigert.

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Dummerweise habe ich keine Ahnung, nach wieviel Tagen die kleinen Fichten ausschlüpfen – aber ich werde es genau beobachten 😉 .

Luftangriff

Seelisch und moralisch hatte ich mich heute morgen auf einen geflügeligen Trauerfall eingestellt – Houdini hockt mit leicht bedröppelter Miene im Stall und weigert sich, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Im Gegensatz zu ihrer Schwester Ikarus sah sie schon den ganzen Winter über bißchen blaß aus.
Vorhin holte mich der herzallerliebste Schatz, weil ein Huhn „wie am Spieß schreit“.
Wir sausten raus, an der Stelle vom Zaun, wo sonst das Gewerkschaftshühnchen samt Gefolge unterm Zaungitter durchschlupft, sah ich was Raubvogeliges, daneben das Gewerkschaftshühnchen im Sirenenmodus. Anscheinend hingen beide Beteiligten im Zaungitter fest und waren nicht sehr glücklich.
Direkt am Stall lag ein gewaltiger Haufen Federn, anscheinend war dort der „Zugriff erfolgt“, wie es im Polizeideutsch heißt, und Hühnchen ist losgesaust und wollte dann unterm Zaun durch flüchten, hat aber in der Panik die perfekte Stelle verfehlt.
Ohne Handschuhe wollte ich keinen Greifvogel entwirren, das ist doch eine andere Schnabelkategrie als bei Sittichs, der herzallerliebste Schatz löste das Problem berührungsfrei, indem er die beiden überlappenden Zaungitter auseinanderzog, woraufhin die Kontrahenten in unterschiedliche Richtungen entfleuchten.
Frau Sperber war einfach nur angepißt, das arme Gewerkschaftshühnchen ist reichlich derangiert, mit blutigem Kamm und kahlem Hals. Ich wollte sie nach dem Schreck eigentlich reinholen, aber sie hat sich unauffindbar im Holzstapel versteckt.
Ich habe doch eigentlich 15 Hühner – wo ist der Rest?
Der Hahn hatte sich mit einer noch nicht näher definierten Anzahl von Damen in die halb eingestürzte kleine Hütte geflüchtet und ein Schweigegebot verhängt. Ein Sachsenhuhn und Babettchen saßen auf dem Nest, und Houdini hockt weiterhin auf der Stange.
Nur frage ich mich, ob dieses Huhn außer verschwinden und an unmöglichen Stellen wieder auftauchen auch hellsehen kann und sie deswegen lieber drinbleiben wollte.

Winternotizen – 1

Alle Jahre wieder: die Gacker-AG veranstaltet eine außerordentliche Betriebsversammlung im Stalleingang.
„In DAS weiße Zeug sollen wir reintreten? Nie im Leben!“
„Sie behaupten, wir hätten das letztes Jahr auch gekonnt? Böswillige Unterstellung!“
Mal sehen, ob ich davon mal ein Beweisfoto hinkriege. Die Frühstückskörnchen wurden ausnahmsweise im Stall serviert, dann können sie ihre Konferenz in Ruhe abhalten.

Nochmal Waschtag

huhnwaschen.jpg

…diesmal mit im Schrank gefundenem Babyshampoo, ursprünglich mal erworben für die zarte Pelle vom herzallerliebsten Schatz, der nötigen Technik für ein Beweisfoto und wohlweislich einem vorher nicht geputztem Badezimmer. Madame schaut angemessen skeptisch Außerdem hat sie ihre Schütteltechnik perfektioniert, aus … Weiterlesen

Waschen, legen, nicht fönen

Das dicke Bettyhuhn sieht mir um die Ohren herum wieder etwas bedenklich aus.
Da sie aber beim letzten Tierarztbesuch fix und fertig war (ok, der herzallerliebste Schatz war auch mal von Ohrenschmerzen geplagt und wirkte auch nicht sehr glücklich, wenn er vom Doc kam) und ich Angst habe, daß sie sich dermaßen aufregt, daß sie einen Herzkasper bekommt, will ich es diesmal lieber mit Hausmitteln versuchen.
Also Phase 1: Öhrchen saubermachen.
Bei diesen Temperaturen wäre es nicht besonders witzig, bei stimmungsvollem Licht auf der Terrasse zu wurschteln, also wurde Hühnchen ins Badezimmer verfrachtet.
Erste Erkenntnis: wenn Betty drin ist, ist das Waschbecken voll.
Den lauwarmen Wasserstrahl fand sie nach dem ersten Schreck gar nicht so übel, sie war zwar bißchen gestreßt, strampelte aber nicht um ihr Leben.
Irgendwann gab es naturgemäß leichte Unstimmigkeiten, eine Pattsituation hatten wir, als sie sich groß aufrichtete, mich mit strengem Blick anschaute und sie dadurch mit dem Kopf höher war als der Wasserhahn.
Erkenntnis 2: wenn´s dem Huhn zu doof wird und es sich schüttelt, kann man froh sein, wenn man noch die Regenjacke vom Hühnchenholen anhat.
Sie hatte eine beachtliche Reichweite.
Als sie angemessen vorwurfsvoll aussah, beendeten wir die Aktion.
Nur kann man bei diesen Temperaturen ja schlecht ein Huhn mit nassem Kopf raussetzen, fönen wollte ich diesmal auch nicht, damit man nicht evtl. irgendwelchen Dreck wieder ins Ohr reinpustet, also: lufttrocknen lassen.
Hühnlein sitzt jetzt (leicht ratlos) unterm Wäschekorb zum Trocknen und wird wieder „ausgewildert“, bevor ich ins Bett gehe (bis morgen wäre ihr Aufenthalt hier vermutlich nicht mehr geruchsneutral…).