Es summt und brummt im Sonnenschein

Endlich Sonne, und verständlicherweise steckt so ziemlich jeder kopfüber in einem Beet.
Außer den Herren der Schöpfung.
Gestern hatte die Gemeinde auf dem Spielplatz gegenüber Großeinsatz mit ein paar Motorsensen – von Gras bis Busch wurde alles getrimmt, was angewachsen war und nicht flüchten konnte.
Da solche Motorgeräteeinsätze irgendwie ansteckend sind, brummt es heute von hinterm Haus hartnäckig und ohne Pause.
Keine Ahnung, wer da wo und warum mäht, sägt oder was auch immer, aber ich kann nachher mit Ohrstöpseln rausgehen, sonst kriege ich Kopfschmerzen.
Und ich träume von englischen Gutshöfen, wo der Gärtner pflichtbewußt mit dem Handheckenscherchen vor sich hinklappert und nicht alles übertönt, was draußen ERFREULICHE Geräusche macht.

Ländliche Morgenstimmung

Zehn Uhr in Deutschland – in einem kleinen Dorf ohne Industrie, Bahngleise oder größeren Straßen, die Lärm machen könnten.

Der Sohnemann von Gegenüber hat eine Vorliebe für offene Fenster und eine leistungsfähige Stereoanlage. Da sich unser Musikgeschmack einigermaßen deckt, konnte ich gestern nachmittag mir der Dauerbeschallung noch ganz gut leben – wer braucht schon Vogelgezwitscher?- aber der herzallerliebste Schatz war nachts um halb 3 heimgekommen und eigentlich wollte ich ihn noch schlafen lassen.

Das dürfte sich jetzt erledigt haben.

Das Rindvieh am Ende der Straße würde anscheinend lieber was anderes hören und übertönt mit unwilligem Gebrüll die Musik.

Um die Sache abzurunden, fährt eine Seniorentruppe gemeinsam irgendwo hin, soweit sehr löblich, aber der Mercedes arbeitet sich hupend von Haus zu Haus, weil man ja weder auf die Uhr noch aus dem Fenster schauen kann, wenn man auf ein Auto wartet.

Der Hahn möchte, daß ich für ihn einen Termin beim Psychologen mache – er fühlt sich als Dorfweckdienst überflüssig.