Wettlauf um den Pool

OK, die Urlaubssaison hat begonnen und auch bei den Enten geht der typisch deutsche Wettlauf um den Pool los.

Angrybird war abends aufgetaucht, wollte aber nicht im Ställchen schlafen, sondern hat sich irgendwo versteckt.

Heute morgen entdeckte ich sie als Entenstandbild vor der Badewanne.

Gestern verlief schonmal eine Gartenbegegnung zwischen Stockentchen und Laufenten ohne erpelige Mordversuche, deshalb habe ich es riskiert und die Laufenten rausgelassen.

Der übliche Sektkorkenstart mit durchdrehenden Plattfüßchen raus aus dem Stall, Wettlauf zum Pool – Vollbremsung.

„Da ist eine Ente!“

Ja, klar erkannt.

Fassungslosigkeit und Kriegsrat.

Luna droht ein bißchen, ich höre Geflatter und im Unkraut ist Bewegung, aber statt zu flüchten, hopst Angrybird in die Wanne und paddelt formvollendet einmal die Länge nach durch, vorbei an einer Ehrengarde aus fünf schnabeligen Ausrufezeichen.

Das Ganze im goldenen Morgensonnenschein, es war zum Brüllen.

Bei Erpels ist der Hormonalarm anscheinend in der Sonne geschmolzen, die verhielten sich absolut neutral.

Jetzt bin ich gespannt, wie sich die Sache weiterentwickelt.

Illegales Entenrennen innerorts

Während die großen kleinen Enten badeten, bin ich kurz zum Mülleimer.

Hinterm Mülleimer quäckquäckt es.

Problem: da ist NICHT mein Grundstück.

Den efeuverseuchten Hang hochgehechtet, durch die Forsythie gekrabbelt – grinsen mich meine Laufenten fröhlich an, obwohl der Golfrasen vom Pfarrer weiß Gott keine Attraktionen bietet (würde ICH ihnen so einen Auslauf anbieten, würden sie mir die Gewerkschaft auf den Hals hetzen).

„Grenzgebiet“ zwischen Haus und Feindesland ist ein Ministreifen Grundstück, grade so breit, daß man am Haus vorbeischleichen kann. Weil das unpraktisch ist, fängt der „richtige“ Zaun erst hinterm Haus an und da gibt es ein windschiefes Törchen, was schon mehrfach für illegale Exkursionen genutzt wurde. Bis heute dachte ich, ich hätte es abgedichtet.

Also bekommen die Entchen einen Anschiß und ich treibe sie auf das Törchen zu.

Ergebnis: ratloses Trippeln auf der Stelle.

„Was ist los? Raus ging´s doch auch. Los jetzt!“

Entchen weiterhin reichlich verzweifelt, bei mir läuft die Analyse an.

Letzte Laufentensichtung: beim kollektiven Schaulustigen vor der Terrassenabsperrung, wo die Stockenten badeten (erwachsene Erpel meucheln manchmal Küken, daher getrennte Verhältnisse). Als ich rauskam, wackelte die ganze Bande Richtung „Vorgarten“ – und damit auch in Richtung Treppe.

Und die Schaltafel, die an der Treppe Entenwanderungen verhindert, habe ich nachts um halb 2 vor ein unverglastes Kellerfenster gezerrt, damit die Kellerkinder nicht vom Marder geholt werden.

„Ihr seid über den Hof hier rüber?!!“

„Quäck.“

Immerhin klang das angemessen schuldbewußt.

„Na dann Abmarsch zurück!“

Ich gebe den Weg frei (wer Enten hat, ist irgendwann Aszendent Hütehund, mit bißchen Gefühl und Übung und wenn´s nicht drauf ankommt, lassen sie sich gut treiben) und sie zischen den Efeuhang runter, nicht immer in vorgesehener Körperhaltung.

Der Schwung trägt sie bis auf die Straße raus, aber am Feiertag ist das hier halb so wild.

Im Eiltempo pattpatten sie vor mir die Straße entlang und ich denke mal wieder über die Anschaffung einer „immer dabei“-Stirnkamera nach.

Entchen Schwarz hat soviel Schwung, daß sie schnurstracks an der Treppe vorbeiwatscheln will.

„EINSCHWENKEN!!!“

Bitte – geht doch.

Vor der Treppe noch ein kurzes „wir können das nicht“-Getrippel, aber die Ausrede zählt definitiv nicht mehr und sie hopsen pinguinmäßig hoch.

Uff, geschafft.

Ich drehe mich um und sehe ein breit grinsendes Bübchen die Straße langkommen – er hat mein vollstes Verständnis.

Aber nett, daß sie den Stunt heute schon gemacht haben und nicht am Sonntag, wenn das halbe Dorf gegenüber beim Gemeindefest sitzt.

Wobei – für Außenstehende hatte ich die Enten besser im Griff als so manchen Hundehalter sein Kötertier.

Mann ist flexibel

Seufz – die Herren machen es mir echt nicht leicht.

Da sie ja nur an die 1000 m² zur Verfügung haben, müssen die Hühner ständig in „meiner“ Gartenhälfte für Chaos sorgen. Strategisch platzierte Kleckse sind ein Punkt, und demnächst würde ich gerne noch ein paar Gewächse im Garten sehen, die keine Brennesseln sind – wird mit rumdackelnden Hühnern schwierig.

Folglich begann das Projekt „geteiltes Deutschland 2.0“, wobei aber die Entchen zumindest halbtags auch Zugang zur Hühnerwiese haben sollen: sie haben nämlich um diese Jahreszeit noch eine beachtliche Mähleistung. Während am Wochenende hier rundherum die Rasenmäher brummten, habe ich im Entenrevier 3 mm Gras, und jetzt sollen sie oben weitermachen.

Also war der Plan: ein Loch im Zaun, wo ein Entchen durchfluppen kann, ein größeres Huhn oder ein XXL-Hahn aber draußen bleiben muß.

Soweit die Theorie.

Als ich letztens schonmal damit anfing, mein Revier zu verteidigen, schaffte es Bruce in seiner Panik nicht mehr, die komplette Checkliste für einen Take-off über das Törchen abzuarbeiten und flunderte untendrunter durch.

Wo sonst die Entchen durchpassen.

Der positive Aspekt: sollte sich jemand vom anderen Ende Deutschlands für ihn interessieren, dürfte er durch die DHL-Schablone für Maxibriefe passen – spart die Kosten für Tierversand.

Negativ: meine Überlegungen, einen Zaundurchgang mit „Wassergraben“ zu basteln, der nur für tauchkompetentes Geflügel zu bewältigen ist, rückt von „Spinnerei“ zu „vermutlich einzige Lösung“.

Bedrohliches Untier

Bevor es jetzt wirklich Winter wird, habe ich den Entchen nochmal das Wasser gewechselt.

Aufgrund ungünstiger Umstände war allerdings gestern Abend schon der Stöpsel gezogen worden, bis eben mußten sie sich aber mit einem Eimer begnügen, was jetzt einen Jojo-Effekt der anderen Art nach sich zog: wie Jojos zischten sie immer wieder an der Wanne vorbei und kontrollierten den Füllstand. War ich an der Pumpe, jojoten sie auch bei vorbei um sich zu vergewissern, daß ich nicht unnötig herumtrödele.

Ich fühlte mich geringfügig unter Druck gesetzt.

Da mir sowieso schon Schnee hinten in den Kragen rieselte (und ich inzwischen nur noch Schläuche der oberen Preisklasse im Gebrauch habe) entschloß ich mich für das volle Heldenprogramm, entwirrte die beiden Schläuche und zerrte sie quer durch den unteren Garten, damit sie leerlaufen.

Der Plan war ursprünglich, als Belohnung für meine Mühen mit einer Tasse Tee am Fenster zu stehen und glücklich planschenden Enten zuzuschauen.

Sie baden aber nicht.

„Es wurde eine riesige Gardena-Natter gesichtet“, teilten sie mir mit.

Noch mehr Trauerfälle

Eben bin ich buchstäblich über Oma Swiffer gestolpert, sie lag tot auf dem Gartenweg. In ihrem Alter darf sie das. Als ich mich un ihr Begräbnis kümmern wollte, habe ich Erpelchen gefunden, er lag tot hinter dem Blumenbeet, aber unangeknabbert. Vielleicht hat der kleine Kerl was Giftiges gefressen, ich mache grade eine Umfrage bei Facebook.
Der Gedanke, daß er mit einer Horde Damen den Bach unsicher macht, hat mir wesentlich besser gefallen 😦 .

Enten-Beachparty

Die momentane Hauptbeschäftigung der Enten: vor der Wanne mit grüner Brühe stehen und vorwurfsvoll quaken (Frau Entchen ist anscheinend der Klassensprecher, letztens hat sie mich dreimal ranzitiert, bis ich kapiert hatte, daß eine der Einstiegsmatten abgesoffen war. Beschwerdemanagement a la Ente).

Bis der versprochene Regen endlich eintrifft, gibt es die Bilder, die dank den Piepsis in der Rangliste nach hinten gerutscht waren (wobei die Piepsis momentan schneller wachsen, als ich fotografieren kann, da muß ich auch wieder Beweisfotos machen).

Hier erstmal die Fortsetzung der „wie kriegt man die Ente ins Wasser“-Story, Pünktchen noch mit alter Frisur.

Pünktchen weiter unentschlossen

Pünktchen weiter unentschlossen

Na endlich - with a little help from glattem Acryl

Na endlich – with a little help from glattem Acryl

20150815_DSC_6154-Ente

Frau Entchen immer noch nicht überzeugt

Frau Entchen immer noch nicht überzeugt

"Komm schon! Ist toll hier!"

„Komm schon! Ist toll hier!“

...erstmal frisieren...

…erstmal frisieren…

...nochmal Temperatur prüfen...

…nochmal Temperatur prüfen…

Heureka - sie schwimmt!

Heureka – sie schwimmt!

Paaartyyy!!!!!

Paaartyyy!!!!!

20150815_DSC_6181-Ente

Von den Party-Bildern gibt´s noch eine Fortsetzung.

Für die, die sich für WIN10 im Praxistest interessieren: den Schnickschnack mit xBox und so brauche ich ja nicht, den neuen Explorer verweigere ich noch wegen „nix verstehen“, aber die Bilddarstellung kommt mir allgemein knackiger vor und die Bildbearbeitung ging flotter als vorher.

Entenjagd bei Nacht und Regen

Vorhin habe ich kurzfristig über Entenrezepte nachgedacht.

Da die Hühner anscheinend mehrheitlich beschlossen haben, daß es in meiner Gartenhälfte besser schmeckt, mußte ich eine ordentliche Ladung Futter spendieren, damit auch Goldie und Nr. 8 noch paar Krümel abkriegen.

Und wie wir inzwischen wissen: nur hungrige Enten sind bedienungsfreundliche Enten.

Die letzten Abende gab es schon immer Diskussionen über die Einsperrzeit, diesmal standen sie im letzten bißchen Dämmerlicht an der Badewanne und debattierten über Unterwasserbeleuchtung.

Ich hatte keine Lust, raus in den Regen zu latschen, und versuchte es mit einer höflichen Aufforderung.

Die potentielle Poolbeleuchtung war offensichtlich spannender.

Also raus, aber ohne Regenjacke, auf die reagieren sie ja total kopflos.

Hätte aber auch nichts geändert – die verdammte Bande entfleuchte in die komplett falsche Richtung. Mit den rutschigen Gummischuhen war ich ungefähr genauso schlecht zu Fuß wie die Plattfüße, und in der dritten Runde um die Badewanne kamen wir auch alle synchron ins Kullern.

Da dachte ich dann mal über eine schmackhafte Apfelfüllung nach.

Zum Glück verlagerte sich das Jagdgebiet von der Badewanne weg (bei ihrer Durchquerung war ich doch stark im Nachteil) und oben am Hühnerzaun wurde Pünktchen ihre noch fehlende Ortskenntnis zum Verhängnis und ich konnte sie greifen.

Erbost quakendes Entchen, Lautstärkeregler auf 8.

Sehr schön – weiter so.

Ich stellte mich mit meiner motzenden Ente unters Terrassendach, von der Wiese kam besorgt Antwort.

„Wenn ihr runterkommt, kriegt ihr sie wieder.“

Pünktchen arbeitet übrigens an einer sehr schicken Frisur, anscheinend wird das Köpfchen jetzt dunkler und sie kriegt einen weißen Kragen um den Hals.

„Mach mal Quack!“

Manchmal klappt die Verständigung Mensch-Ente überraschend gut.

Dank Pünktchens unfreiwilliger Mithilfe kamen die zwei renitenten Quaker dann Richtung Stall und ich konnte das wild strampelnde Pünktchen wieder entlassen.

Und morgen gibt´s FDH für alles, was Federn hat.