Sittich im Sendersuchlauf

Ich brech hier gerade ab – Fledermäuschen ist auf Betriebstemperatur 🙂 .

Seine Voliere war offen geblieben, damit er in Ruhe das Frühstücksbuffet erkunden kann. Stattdessen finde ich ihn aufgeregt auf Sherlocks Voliere rumturnend (ein aufgeregter Ziegensittich ist ziemlich witzig, dann haben sie nämlich urplötzlich einen Hals und man sieht, warum es offiziell „Großsittiche“ sind) und Töne machend.

Das war auch so etwas, was nicht nach Plan gelaufen ist. Vlad war ja als „Gesprächspartner“ für Sherlock vorgesehen, weil Lilly sehr ruhig ist (was sich hoffentlich ändert, wenn die bösen Milben alle gemeuchelt sind). Statt Männergespräche zu führen, üben sie abwechselnd mit mir Sittichvokabeln – an einem Tag redet Sherlock, und ich darf Antwort geben (da geht es um das leicht ratlose „ja“), am nächsten Tag ist Fledermäuschen dran, sein Text bei aktueller Unsicherheit ist „ey?“ (klingt deutlich putziger, als wenn das von Leuten mit Hosen in den Kniekehlen gesagt wird).

Heute war Vlad dann so aufgeregt, daß irgendwie mehrere Sender gleichzeitig liefen – es gibt ja je nach Lebenslage unterschiedliche Töne, und hier kam dann „schüchteren Anfrage“ und „helle Aufregung“ quer durcheinander.

Logischerweise mußte ich lachen und – genauso wie Sherlock früher- keckerte Vlad zurück. Vermutlich halten sie Lachen für einen normalen Kontaktruf, es paßt ja ganz gut zu ihrer „Sprache“.

Als wäre es nicht schon witzig genug, mit einem Sittich Lachyoga zu betreiben, machte er auf einmal klar und deutlich „Hu!“. Mehrmals.

Ich habe definitiv die Helloween-Edition erwischt 🙂

Vögelchen frühstückt

Ich habe sie (mit Buch) die halbe Nacht bewacht und das Schlimmste ist wohl überstanden – Lillyvogel hat an einer halben Cherrytomate geknispelt, paar ausgewählte Körnchen gepickt, diverse Feuerdornbeeren aufgezwickt und aus einem Salatblatt Lochstickerei gemacht. Ganz ordentlich, würde ich sagen.
Zwicken bei Medikamentengabe funktioniert auch ganz gut 😉 . Sie wirkt insgesamt nicht mehr ganz so kläglich.

Der Trockenhaubensittich

„Aus aktuellem Anlaß“ gibt´s jetzt Sittich- statt Entenbilder.

Ausnahmsweise hat das Timing mal gepaßt – ich hatte eine Kamera da, weil ich Lillys Schnabelpunkt für eine Anfrage bei der Tierärztin knipsen wollte, und dann ist der Fall X eingetreten.

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Wie auch immer sie es geschafft hat – das ist die Verschlußfolie von meinen „Doping“-Tabletten. Stammleser erinnern sich an Sherlocks Blauschimmelkäse-Vorfall.

Da das Ding durchsichtig ist, kann man es auch ignorieren.

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Meine Bemühungen, sie zu ent-Frischesiegeln, wußte sie nicht wirklich zu schätzen, aber zum Glück gibt´s ja Sonnenblumenkerne als härteste Währung hier im Haus. Mensch muß den Kern nur richtig festhalten, und schon hat man einen energisch rupfenden Sittich, der sich keinen Millimeter von der Stelle rührt…

Sittich hört mit

Wir sitzen in der Küche, Sherlock züngelt hingebungsvoll an der Kokosmilch, die ich verkleckert hatte, Lilly hopst in meine Richtung, um zu sehen, ob sie was Leckeres ergeiern kann.

„Morgen mache ich Spiegelei“, erkläre ich dem armen, geplagten Vogel (sie liebt Ei in allen Variationen und Sherlock war heute wieder konstant garstig zu ihr), „und wenn Sherlock sich nicht benimmt, bekommt er nichts von dem Bacon!“

„Ja“, piepst die Stimme aus dem Hintergrund.

Ich frage mich wirklich, wie er das macht – er hat die ganze Zeit den Schnabel gehalten, kaum fällt das Wort „Bacon“, sagt er „ja“. Ob er heimlich die Kochbücher liest?

Mit Kirschbaum wäre das nicht passiert

Sittiche sind gefiederte Nagetiere. Weil der Schnabel ständig nachwächst, brauchen sie was zum knabbern, damit sich die Spitze abnutzt. Letztens servierte ich Kirschbaumzweige, mit denen Sherlock seine Schwierigkeiten hatte, weil die sich unter seinen zarten 80 Gramm erheblich bogen, vor allem an den Zweigspitzen, wo die leckersten Knospen sind. Besonders ärgerlich aus seiner Sicht: der federleichte Lillyvogel balancierte elegant bis zu den äußersten Enden, die ihn regelmäßig abgeworfen hatten.

Heute wollten wir es ihm leichter machen, der umgekippte Apfelbaum spendierte einen schönen Ast. Schon während der herzallerliebste Schatz das Ding nach allen Regeln des Sittich-Fengh-Shui positionierte, sauste Sherlock aufgeregt durch die Küche und konnte es kaum abwarten, bis das Personal endlich aus dem Käfig verschwunden war.

Lilly ahnte schon, daß ihr Kollege mal wieder moralisch überfordert war, und parkte sich vorsichtshalber beim herzallerliebsten Schatz auf dem Kopf – der sicherste Platz in der ganzen Küche, falls Sherlock einen Ausraster bekommt. So schlimm wurde es aber nicht (das wird sich ändern, wenn wieder Blätter und Blüten im Lieferumfang enthalten sind), Sherlock turnte kreuz und quer über die Zweige, um als erstes sämtliche Premiumknospen zu erwischen. Danach durfte Lilly weitgehend ungestraft mitknipsen.

Auf Apfelbaumzweige ist auch kein Verlaß mehr – er kraxelte zu einer Zweigspitze, der Zweig neigte sich nach unten und Sherlock sprang vorsichtshalber ab. Aber Herr Vögelchen hat einen Plan B: Futternapf entern, sich lang strecken und mit dem Schnabel den Zweig mit der verlockenden Knospe zu sich ran ziehen.

Während wir noch feststellten, was wir doch für einen pfiffigen Vogel haben, baumelte dieser plötzlich, an der Schnabelspitze hängend, mit wenig pfiffigem Gesichtsausdruck am soeben geangelten Ast und plumpste runter. Sein Denkfehler: so ein Apfelbaumzweig zieht auch zurück, wenn genug Spannung da ist.

Und so hob Herr Sittich unfreiwillig mit großen Augen und rudernden Füßchen ab, bis er samt seiner Knospe abstürzte (nicht sehr tief).

Besonders unfair: ich hatte am Freitag erste Pilatesstunde der Saison und eigentlich wegen üblem Bauchmuskelkater strengstes Lach- und Hustenverbot.

Abendgespräch bei Sittichs

Da es kein offizielles Sittich-Deutsch-Wörterbuch gibt, muß man sich manche Töne aus dem Kontext übersetzen.
Wenn ich ein besonderes Highlight aus dem Garten anschleppe, z.B. einen Apfelbaumast mit Blüten, macht Sherlock „drrrrrrt!“.
Wir übersetzen das mit „MEINS! Und WEHE, da geht jemand anderes dran!“
Der aktuelle drrrrrt-Anlaß sind schlicht Grashalme mit Samenständen dran (der Rasenmäher war kaputt, von daher ist das Zeug momentan im Garten überrepräsentiert).
Ursprünglich als Verlegenheits-Trostlösung angeschleppt, weil die Sittichkörnchen alle waren, wurden die Halme als absoluter Hit eingestuft.
Nur scheint Lilly von den puscheligen Ähren in der Nase gekitzelt zu werden, jedenfalls niest sie seitdem gotterbärmlich.
Vögel sparen sich dabei das einleitende „Haaaa…“, da kommt aus heiterem Himmel ein ehrfurchtgebietendes „TSssiiii!“, bei dem ich immer Angst habe, das ganze Vögelchen platzt.
Sherlock scheint das irgendwie als respektlosen Kommentar einzustufen, abends hört man aus der Küche folgenden Dialog:
„Tssssiii!“
„Drrrrrrt!“



„Tssssiii!“
„Drrrrrrt!“

Geschmorte Heringe

…oder so ähnlich hätte die Überschrift zu den aktuellen Nachrichten mit Schwerpunkt Hitze+Feiertag+Schwimmbad/Pfütze/Hauptsache Wasser heißen können.
Fassungslos betrachtete der herzallerliebste Schatz Bilder von bleichen Schmorheringen und langen Warteschlangen an den Eingängen.
Ich hatte in dem Moment eine kleine Diskussion mit Sherlock, der mir ein paar Chickenwings abbetteln wollte („aber in Neuseeland…“, die üblichen Argumente).
Wir haben es hier mit 23 Grad recht angenehm in der Hütte und das Einzige, was mir zum Thema Wasser einfällt, ist, zu kontrollieren, ob meine armen, hechelnden Hühnchen genug Wasser haben.
Ansonsten lag ich mit Ramschtisch-Roman auf der Couch und übte nebenbei mit Sherlock für streßfreie Pediküre.
Versuchsanordnung: 1 Sittich, 1 Käfiggitter und der Stummel einer Pepperoni, mit ordentlich Kernen drin.
Das Ziel ist, daß er sich seine Quadratlatschen Füßchen anfassen läßt, wenn er von innen am Gitter sitzt – Grundsätzlich ist er dann bißchen toleranter, daß man ihn durchs Gitter nicht greifen kann, hat er eigentlich kapiert.
Füßchen streicheln ist ihm aber trotzdem noch ziemlich unheimlich, die Pepperoni aber unheimlich verlockend, weshalb er vorgestern als Ausweichlösung ein kleines Liedchen geträllert hatte.
Netter Versuch, aber fürs Singen gibt´s immer Rosinchen, so steht´s in der Sittich-Rahmentarifvereinbarung.
Lilly betätigte sich heute auch pädagogisch, als Sherlock nervös von der Pepperoni weghüpfte, kam der kleine, gelbe Vogel entschlossen anmarschiert und schnappte sich einen Kern.
Man glaubt gar nicht, wie motivierend das wirken kann – Sherlock kam eilig anmarschiert, sauste aber auch ziemlich schnell wieder weg.
Macht nix, wir haben noch viele Pepperonis.

Clickertraining bei Sittichen

Zu meiner Schande muß ich gestehen, ich dachte ursprünglich, daß man so kleinen Vögelchen kaum was beibringen kann und man für Tricks aller Art schon mal „mindestens“ einen Papagei braucht, wo der Prozessor etwas leistungsfähiger ist.
Nachdem meine Reitlehrerin mir von dem Clickerhühnchen Berta erzählt hatte, habe ich mir ein schlaues Buch geholt und war erstaunt, was alles geht.
Man muß halt alles passend zum Naturell des Tieres machen, je nachdem, wo das Tierchen in der Nahrungskette steht, reagiert es unterschiedlich. Ob Pferd, Hund oder Vogel, die natürlichen Verhaltensweisen, die das Tier anbietet und auf denen man aufbaut, sind verschieden.
Der Trick beim Clickern ist das Target (=Ziel). Ihr habt vielleicht schonmal Seehunde gesehen, die so einen Stock mit Ball dran anstupsen. Das ist das selbe Prinzip. Als erstes soll das Tier lernen, das Target anzustupsen, danach kann man sich damit „verständigen“, daß man das Target da hinhält, wo man das liebe Tierchen haben will.
Bei uns ist das Target eine gerupfte Interdentalzahnbürste – Schaschlikspieß mit Perle drauf wäre mir bei Shelock zu riskant.

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Jetzt kommen wir zu den bauartbedingten Unterschieden in der Reaktion: ein Hund würde am (entsprechend in der Größe angepaßten) Target schnuppern, ein Pferd würde es evtl. aus Neugier anstupsen und beschnüffeln, und ein Vogel…

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… fragt stattdessen: „Hast Du Körnchen?“

Die sind ja nicht doof.
Körnchen gab es bisher immer vom Finger, was soll man also mit dem komischen roten Ding anfangen?
Deshalb haben wir als nächstes das heißbegehrte Sonnenblumenkörnchen unter das rote Ende vom Target gelegt, damit sie das Ding per Schnabel wegräumen mußten.
Die Sache war schnell begriffen: rotes Ding beschnäbeln, und es gibt Körnchen.

Die sind da wie die Haie und die Technik kommt manchmal nicht hinterher.

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Ein sehr zufriedener Beutegeier:

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Nach einer Weile „sitzt“ das mit dem roten Ding, und man läßt sie erst reinzwicken und liefert danach das Körnchen ab.

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Ab dann muß man „nur“ noch überlegen, was man als nächstes üben will, wie man das in Einzelschritte zerlegt und -nach dem ersten Probelauf- seine eigenen schlauen Ideen an die Praxis mit Vogel anpassen. Da der Vogel an das Target rankommen will, sind so Sachen wir auf die Schulter laufen/fliegen, dem Target hinterherflitzen oder auf die Hand kommen dem Vogel leicht zu erkären.
Der Geier weiß (hihi, weiß der Geier…) was man von ihm will, ob er es auch macht, entscheidet er selber.
Das finde ich beim Clickern sehr angenehm, es ist absolut kein Druck da.
Wenn der Vogel ein skeptisches „ich weiß nicht“-Gesicht macht, geht man eben mit dem Schwierigkeitsgrad einen Schritt zurück.
Wie man sieht, hat Lilly einen Heidenspaß dabei:

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Ich denke, sie nutzt es auch schamlos aus, daß sie durch uns die Rangordnung unterlaufen kann – wenn Sherlock noch „ich weiß nicht“ denkt, kommt der kleine, gelbe Hai angeschossen und schnappt sich das Körnchen.

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Dem Target nachflitzen

Jetzt hätte ich ja beinahe die Sache mit dem Clicker vergessen.
Auf dem Bild seht ihr, daß der herzallerliebste Schatz noch einen Kugelschreiber in der Hand hält (das größte Rätsel beim Clickern ist, was man wie wann in der Hand unterbringen muß). Wenn der Vogel das Körnchen erbeutet hat, klickt man einmal. Der Vogel verbindet das Klicken mit dem leckeren Körnchen.
Im Moment ist das noch nicht so wichtig, aber wollte man jetzt etwas komplizierteres üben, nehmen wir mal an, der Vogel soll das Füßchen heben, dann muß man punktgenau sagen können „diese Bewegung war körnchenwürdig, Körnchen kommt gleich“. Ist das Füßchen nur minimal in der Luft, gibt es einen Klick und der Vogel weiß, aha, Füßchen soll gehoben werden, danach Körnchen.
Würde man ohne Klick einfach nur danach ein Körnchen abliefern, wüßte das Tier ja nicht, WAS es jetzt von allen gemachten Aktionen (Fuß heben, Fuß absetzen, Popowackeln, zum Körnchen laufen) richtig gemacht hatte.

Lilly hat mal wieder alles richtig gemacht:

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Feierabendkörnchen

Sittich als Haushaltshilfe

Wir hatten die Kleinen schon fast erfolgreich mit Abendkörnchen eingeparkt, da mußte Sherlock nochmal stinkstiefeln.
Lilly flüchtete – und entdeckte im Geschirrspüler einen neuen Abenteuerspielplatz.

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Lage peilen auf dem Besteckkorb

Wo gibt´s noch was zum züngeln?

Wo gibt´s noch was zum züngeln?

Sorgfältige Tellerrandreinigung

Sorgfältige Tellerrandreinigung

Ein paar Balanceübungen...

Ein paar Balanceübungen…

ziegensittich.jpg

Gibt´s vielleicht im Obergeschoß noch was spannendes..?

...und los geht´s.

…und los geht´s.

Forschungssittich on Tour

Forschungssittich on Tour

"ICH soll da rauskommen, weil ich wegen Messern hier drin nichts verloren habe?!!"

„ICH soll da rauskommen, weil ich wegen Messern hier drin nichts verloren habe?!!“

Wegen Uneinsichtigkeit: der lange Arm des Gesetzes

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"Spielverderber!!!"

„Spielverderber!!!“