Wettlauf um den Pool

OK, die Urlaubssaison hat begonnen und auch bei den Enten geht der typisch deutsche Wettlauf um den Pool los.

Angrybird war abends aufgetaucht, wollte aber nicht im Ställchen schlafen, sondern hat sich irgendwo versteckt.

Heute morgen entdeckte ich sie als Entenstandbild vor der Badewanne.

Gestern verlief schonmal eine Gartenbegegnung zwischen Stockentchen und Laufenten ohne erpelige Mordversuche, deshalb habe ich es riskiert und die Laufenten rausgelassen.

Der übliche Sektkorkenstart mit durchdrehenden Plattfüßchen raus aus dem Stall, Wettlauf zum Pool – Vollbremsung.

„Da ist eine Ente!“

Ja, klar erkannt.

Fassungslosigkeit und Kriegsrat.

Luna droht ein bißchen, ich höre Geflatter und im Unkraut ist Bewegung, aber statt zu flüchten, hopst Angrybird in die Wanne und paddelt formvollendet einmal die Länge nach durch, vorbei an einer Ehrengarde aus fünf schnabeligen Ausrufezeichen.

Das Ganze im goldenen Morgensonnenschein, es war zum Brüllen.

Bei Erpels ist der Hormonalarm anscheinend in der Sonne geschmolzen, die verhielten sich absolut neutral.

Jetzt bin ich gespannt, wie sich die Sache weiterentwickelt.

Das Optionsentchen

Erst war ich mir noch nicht ganz sicher, aber Angrybird scheint trotz ihrem Schnäbelchen hervorragend klarzukommen.

Von „kein Hunger beim Insbettgehen“ haben wir uns jetzt auf drei Nächte widerrechtlich auswärtsschlafen hochgearbeitet.

Grade, als ich dachte, langsam wüßte ich gerne mal wieder, wo sie so rumgeistert, klingelte der Nachbar – sie wackelte auf der Straße herum.

Treibversuche Richtung Treppe wurden mit einem Blitzstart in die Luft quittiert (sie fliegt jetzt wie ein Weltmeister), als wir sie vom Spielplatz einsammeln wollten, schwirrte sie ab Richtung Burggraben und Bach.

Da schläft sich´s auf jeden Fall sicherer als versteckt auf dem Grundstück, also habe ich die Fahndung eingestellt.

Daheim empfängt mich mein Entlein, ordentlich eingeparkt neben der Mülltonne.

Diesmal konnte ich sie mit Ruhe und Geduld davon überzeugen, die Treppe hochzuhopsen, ohne gleich wieder über dem halben Ort zu kreisen, und nach einer kurzen Diskussion zum Thema „ich schlafe neben dem Baumstumpf – nein, das wirst Du nicht!“ schwenkte sie dann in ihr Ställchen ein – wieder, ohne sich auf Futter oder Wasser zu stürzen (beim Wasser gab es einen Trauerfall, ein entzückendes Spitzmäuschen hatte die Insektenbekämpfung im Ställchen übernommen und das Trottelchen ist in den Topf voll Wasser geplumpst 😦  ) .

Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse bekommt Angrybird nicht die Flügel gestutzt (hauptsächlich, damit sie gegenüber den „Böhsen Erpelz“ einen Vorteil hat, die scheuchen momentan noch) und sie kann dann selber entscheiden, wo sie grade sein möchte – entweder am Bach oder hier.

Nur bei trotteligem Verhalten im Straßenverkehr wird eingegriffen.

Entchen süßglücklich

Angrybird ist gar nicht erst aus dem Wasser raus.

Während dem Abendessen sah ich entweder Oberkante Köpfchen durchs Bild flitzen, oder ein hochgereckter Popo, oder jede Menge Wasserspritzer.

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Da sie offensichtlich länger aufbleiben wollte und sogar noch die Sonne rauskam, hatte ich mich dann als Entensitter auf die Bank hinter der Badewanne gesetzt. Nach anfänglich skeptischem Kammstellen wurde der Abstand dann akzeptiert und sie paddelte gemütlich weiter vor sich hin.

Irgendwann muß auch mal Schluß sein und ich wollte nicht warten, bis es richtig duster ist, falls das Einparkmanöver nicht klappen sollte.

Wie jetzt das Entchen streßfrei aus der Wanne bekommen?

Die Schafgarbe ist dieses Jahr gigantisch hoch, also ein Pinsel im XXL-Format ausgerupft, es paßte perfekt, ich konnte von der Bank aus mit den Blüten das Entchen am Heck bestippsen.

Ein erboster Blitzstart in die richtige Richtung war die Folge. Na bitte.

Während sie bergab wackelte, mußte ich nur noch den richtigen Abstand halten und einmal in den Dschungel hechten, um ein falsches Abbiegen zu verhindern, dann bog sie brav in ihr Ställchen ein. Optimal.

Ich will jetzt im Supermarkt einen Teichlinsen-Spendenaufruf aushängen, wenn sie da im Wasser noch was zum Löffeln hat, dürfte das Entenglück perfekt sein.

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Damenschwimmen

Angrybird hatte jetzt zweimal Gartenausflug, es war für uns beide aber nicht sehr entspannend – sie mußte wegen den Erpeln unsichtbar bleiben und ich hatte außer ab und zu mal einem Protestquaken keinerlei Hinweis, wo sie sich rumtreibt und ob sie überhaupt noch da ist.

Wundersamerweise war sie abends brav in ihrem Ställchen, evtl. kommt das daher, weil sie während ihrem Küchenaufenthalt ja auch abends „einparken“ mußte.

Jetzt probieren wir was Neues.

Die Laufenten, ständig kurz vor dem Hungertod, werden mit Bestechung schon um 19 Uhr eingesperrt. Bis dahin sitzt Angrybird abgesichert in ihrem Außenknast.

Da hab ich sie jetzt rausgepflückt und zur großen Badewanne gesetzt.

Die erste Runde schwamm sie noch mit gewohnt gesträubtem Kamm, danach überwog die Begeisterung.

Es wurde wild geplanscht und die Sache mit einem zufriedenen „Quäk!“ kommentiert.

So kann sie sich jeden Abend 2 Stunden lang in Ruhe im Garten orientieren und hat am Ende mehr davon, als wenn sie die ganze Zeit im Tarnmodus irgendwo drunter hockt.

Der Hormonrausch der Erpel ist hoffentlich bald erledigt, aber momentan stehen die Kerle noch drohend vor dem Entchenknast.

Outdoor-Entchen

Outdoor-Entchen

Die Entchen wurden gestern noch ziemlich kurzentschlossen ausquartiert. Ursprünglich war das erst für Ende der Woche geplant, aber hier bestand die Gefahr, daß die kleinen Quakerchen die Badewanne der Laufenten mitbenutzen und dabei von den großen Erpeln ertränkt werden. Ein … Weiterlesen

Entchensixpack

Fast fertige Entchen. Wir warten auf die Flugfähigkeit. Und inzwischen kann ich sie unterscheiden – der Riese der Truppe ist ein Mädel, es gibt einen dickschädeligen Erpel und der „Hering“ ist immer noch winzig, aber ein so schnelles und kampfbereites Mädelchen, daß ich sie immer als letztes erwische.

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Flegelalter

Die „großen“ kleinen Enten sind kurz vor fertig und sehen schon wie richtige kleine Enten aus, nur manchmal noch mit Plüschhalskrause. Ich muß mal wieder Fotos machen.

Nr. 1 war so übereifrig mit wachsen, daß die Gefahr bestand, daß die Knöchelchen vom Flügel das Gewicht der Federn nicht tragen können und der Flügel sich dadurch verformt. Internetrecherche ergab „Tierarzt und mumienmäßig einwickeln“, erster Test ohne Tierarzt ergab: „Ente not amused“, die Lösung a la Spottdrossel: eine abgeschnittene Tennissocke + Panzertape als Rausfluppschutz und fertig ist der Flügel-BH fürs Entchen.

Da die Sache problemlos an- und auszuziehen war, konnte so auch zwischendurch physiotherapeutisches Schwimmen ermöglicht werden und es bestand keine Gefahr, daß was steif wird. Heute war Probelauf ohne Socke und anscheinend stimmt das Verhältnis Entchen/Flügel wieder, die Flügel wurden ordnungsgemäß auf dem Popo getragen und hingen nicht mehr runter.

Letztens hatten die Entchen halbgeplanten Ausgang im Garten, beim ersten Mal ließen sie sich abends relativ vorbildlich einparken (ich hab „Monsieur Claude und seine Töchter“ angesehen und in jeder Werbepause hab ich die Kleinen bißchen näher an ihren Parkplatz getrieben, dann noch eine Palette als Entenleitsystem und ich war zufrieden).

Tja. Stockenten sind anscheinend deutlich mutiger als Laufenten und schon an Tag Nr. 2 sah das Abendprogramm so aus, daß ich fluchend kopfüber in Brennesseln oder Reisighaufen steckte und nach aufsässigen Entchen angelte, die draußen übernachten wollten. Zwei Stunden später war ihre große Freiheit gestrichen, sie sitzen jetzt tagsüber in Sing-Sing, wo sonst motzige potenzielle Hühnermamas inhaftiert werden, können da Gras zupfen und abends bekommen sie nochmal die größere Wanne rein.

Deshalb erfreuen sich die Singvögel hier morgens und abends an einem Hörspiel.

Sechsmal erbostes „fiep-fiep“ oder „quak-quak“ , je nach Alter und Geschlecht.

Die Antwort jedesmal: „auauauauau!“

Enten haben an ihren Plattfüßen kleine Krällchen, und kleine Enten haben messerscharfe Krällchen und wenn man sie trägt, rudern sie mit den Füßen wie eine Comicfigur, die in der Luft läuft.

Wer meine Arme sieht, hält mich für einen Katzenbesitzer.

Ein müpfiges Mädel hat jetzt die Sache weiterentwickelt.

Sie unterbrach das „quak“, packte mit ihrem Schnäbelchen die dünne Haut innen am Unterarm und versuchte, sie abzuschrauben.

Freches Weib.

Plan B mal wieder

Am Wochenende sollte der Entensixpack auf die Terrasse umziehen, damit sie die als „Basislager“ abspeichern, und sich da -nach ihren Gartenausflügen- abends wieder unaufgefordert einfinden.

Wie so oft, hatte das Federvieh eigene Pläne.

Die Gartenausflüge wurden vorverlegt, das mit dem „zum Abendessen daheim sein“ mußte diskutiert werden.

Also angewandte Entenpädagogik: das Gehege, wo sie schon paarmal tagsüber drin waren und wo sie oft drumherum kreisten, wurde aufgemacht und Futter und Legenest reingestellt.

Das Legenest ist so ein Katzenklo mit Dach, wenn die Piepser vor mir flüchten und da reinzischen, kann man sie ganz gut und streßfrei transportieren. Und für die Kleinen ist es angenehmer, als wenn man a la Greifvogel von oben nach ihnen greift.

Versuchsanordnung aufgebaut, dann drinnen mit Minipieps diskutiert, der entschlossen ist, bei den Sittichen einzuziehen. Heute hatten wir schon Mittagsschlaf auf allen Ebenen – Sherlock klemmte als bunte Frucht oben im Baum, auf mittlerer Ebene saß Flederli auf der Stange, nächste Stufe war ich mit der Couch und Minipieps poofte zufrieden unten in der Voliere.

Vom Chaos her wäre eine gemeinsame WG gar nicht so unpraktisch, das Problem ist, daß die Herren Sittiche sich brennend für das Aufzuchtfutter interessieren und ich fürchte, daß ich dann irgendwann zwei sehr bunte Wachteln hier rumdackeln habe.

In einer Regenpause Kontrollgang an der Entchenfront. Geräusche kamen aus dem Gehege, nur leider die falschen.

Goldiehuhn, heute Mittag wieder zurückgekommen, weil sie den Auftrag verweigert hatte, saß mit sich und der Welt zufrieden vollgefressen im Legenest.

Na warte, du Huhn – das war die Strafe, daß ich sie eine Stunde vorher nicht schon eingesperrt hatte. Sie hat ein sensationelles Talent, im entscheidenden Moment alles zu sabotieren, was ihr auch regelmäßig Stubenarrest einbringt, wenn hier mal der Entensitter Dienst hat.

Motzendes Huhn in sein Ställchen umgesetzt und erste Entensuchpatroullie gestartet. Vielleicht sind sie ja mit den Laufis auf Tour?

Am Durchgang zur Hühnerwiese stand ein erbostes Gewerkschaftshühnchen und meldete eine Einbrecherbande.

Die Kleinen hatten den Hühnerstall erobert und wie gewohnt für Angst und Schrecken gesorgt.

Panische Entchen im Hühnerstall fangen ist fast unmöglich, also wurde das Oberteil von einem Vogelkäfig zweckentfremdet und jeweils ein oder zwei Entchen a la Käseglocke eingetütet.

Da Goldie es sich sowieso verschissen hatte, durfte die jetzt ihr Ställchen räumen und die leicht fassungslosen Entchen können jetzt da wohnen, die Nächte sind so mild, daß es im Keller kälter wäre wie in der Holzbude.

Und jetzt kann ich noch mit Minipieps verhandeln, der sitzt nämlich in Badeentenhaltung direkt neben der Voliere und versucht, möglichst vorwurfsvoll auszusehen. Und aus pädagogischen Gründen will ich eigentlich vermeiden, ihn zu fangen. Das kann dauern.

Der Entenschutzschirm

(und bevor jemand -besonders die Facebookleute, von denen einige anscheinend die Fähigkeit für Lesen + Kopfkino verloren haben- wegen Video heult: nein, bei manchen Sachen heißt es einfach nur: nicht bewegen und zuschauen)

Inzwischen trauen sich die Herren Sittiche näher an das gemeingefährliche Entchen ran.

Wobei Großmaul Sherlock wesentlich vorsichtiger ist und Flederli sich anscheinend brennend für das merkwürdige Objekt interessiert. Selbst als der Giftzwerg mit wild schnappendem Plastiklöffel hinter ihm her pattpattete, ist er nur einen Gang schneller gehüpft und nicht geflogen – Panik sieht anders aus.

Dann entdeckte das Entchen den im Käfig liegenden Stangensellerie. Bei dem ist das Mittelteil weitergewachsen, so daß das Ding jetzt als eine Art Selleriepalme im Käfig steht.

Entchen versuchte, mit seinem Schnabel an den Blättern was zu erreichen, kam aber nicht weit.

Flederli ist der absolute Blätterfetischist, hopste natürlich auch gleich hin und wurde vom Giftzwerg angemessen bedroht. Es entwickelte sich eine Art Kreisverkehr um den Sellerie, Flederli weigerte sich, das Feld zu räumen.

Irgendwann haben sie dann tatsächlich jeder auf einer Seite des Selleries geparkt und an den Blättern geschnäbelt.

Entchen ging dann in Parkposition, Flederli war im Selleriehimmel, und Sherlock klemmte oben auf der Volierentür und äugte grimmig runter.

Und ich habe den dringenden Verdacht, daß Flederli die Ente als Geheimwaffe gegen Oberneidhammel Sherlock eingesetzt hat – normal darf er nie irgendwas in Ruhe fressen, sofort kommt der grüne Racheengel angezischt.

Hausbesetzer

Da Angry Bird nicht vorschriftsmäßig unter seiner tollen Wärmeplatte liegen will, sondern lieber obendrauf einen Kriegstanz veranstaltet, nehme ich ihn manchmal zum Aufwärmen in die Hände.
Findet er nicht witzig, noch ärgerlicher wird er, wenn ich auf seine Bemühungen, mich mit seinem verbogenen Plastiklöffel zu töten, mit „ach, hast Du einen süßen Plüschbauch“ reagiere.
Diese Beißerei (im Rahmen seiner Möglichkeiten) würde ich ihm gerne abtrainieren, und vermutlich ist der erste Schritt dazu, ihn nicht bei allen Wartungsarbeiten von oben greifen zu müssen (ist ja aus Entensicht wie ein Greifvogelangriff).
Jedenfalls hatte ich ihn testweise in der Küche auf den Boden gesetzt, der Kleine wackelt los und stürmt zielsicher die Sittichvoliere.
Jetzt klemmt da ein grünes und ein gelbes Fragezeichen unter der Decke mit einem „mach das bitte weg!“-Gesichtsausdruck.