Jetzt oder nie

Das Wetter ist DIE Gelegenheit, ohne große Logistikprobleme den Gefrierschrank abzutauen.

Ich muß nur morgen dran denken, das ganze Zeug wieder von der Terrasse reinzuholen – ansonsten könnte es die Kunstinstallation „flüchtendes Huhn mit Fritte“ geben…

Die Enten machen überwiegend Sitzblockade auf der Terrasse, haben inzwischen aber das Angebot von Pappe unter Popo und Wassereimer zum plitscheln huldvoll angenommen. Morgen kriegen sie noch Rucola, den ich nicht mehr essen möchte (ich habe im „welche Salatpackung riecht hier zwielichtig“-Wettbewerb verloren).

Die Welt in Schwarz-Weiß

Mit Viehzeug ist der erste Schnee immer wieder herrlich.

Die Schnabeltiere sausten wie üblich sektkorkenmäßig aus dem Stall, dann war der Oberkörper schneller als die ausgebremsten Plattfüßchen und die Schwerkraft war Sieger. Die solchermaßen ent-schleunigten Enten taten einfach so, als wäre es Absicht – als ich das nächste mal raussah, lagen sie alle im Schnee und waren auf Tauchstation nach Grashalmen.

Die Badewanne wurde weiterhin ignoriert, obwohl die Gardena-Nattern aus technischen Gründen unsichtbar waren. Stattdessen plitschelte man mühsam an der Schubkarrenwanne herum, die halb von Hecke Hugo verdeckt war.

Hmm.

Enten sind Prinzipienreiter, und der Pool sieht momentan nicht so aus, wie er aussehen sollte.

In der Hoffnung, daß keiner der Nachbarn hinschaut, habe ich den Entchen eine Seite vom Beckenrand plus einen Enten-Runway geräumt. Bitteschön – ihr könnt rein!

Denkste.

„Schnee? Wo ist hier Schnee?“ quakten sie fröhlich und wackelten in regulärer Entenreisegeschwindigkeit rauf auf die Hühnerwiese.

Diesen Vorfall werde ich mir für den nächsten Winter im Kalender notieren.

Bei den Hühnern war´s auch schön.

Schorsch marschierte gewohnt würdevoll raus, merkte, hier stimmt was nicht, und parkte sich dicht am Hühnerstall unterm Dachüberstand ein.

Der schwarze Kerl sieht im Schnee echt spektakulär aus.

Grimmiger Blick zu mir: „Ich weiß nicht, was das hier soll, aber SIE sind dafür verantwortlich!!!“

Wolle mer se reinlasse?

Kein Faschingsbeitrag – ich bin überzeugter Muffel.

Aber der herzallerliebste Schatz kam heute morgen lachend vom Entenweckdienst zurück – während er ein badetaugliches Loch ins Eis gehackt hatte, waren die Enten an die Hintertür gewackelt, irgendwie die Stufe hochgehopst (den Stunt würde ich zu gerne mal sehen) und warteten einlaßbegehrend vor der Waschküchentür.

„Könnten wir mal euer Bad benutzen?“

Als ich später die Hühnerrunde machte, wußte ich schnell, warum: ein fieser Ostwind pfeift hier über den Berg, das Wasser in der Wanne war schon wieder dünn gefroren, der Wassereimer ist ein Eisblock.

Hoffentlich bleiben die Entchen in Bewegung, sonst verwandeln sie sich in Tiefkühlenten.

Da wir noch keine -20 Grad haben, heißt es noch:

„Die Ente bleibt draußen!“

Winternotizen – 2

Ich komme in die Küche, Lilly ist ein aufgeplusterter, gelber Ball, bibbert dezent vor sich hin und schaut mich mit riesigen Kulleraugen an.
„Könntest Du bitte SOFORT anheizen?“
So kalt kommt es mir gar nicht vor – Thermometer gefragt, 14,5 Grad, der Uptown-Sittich ist echt ein Weichei, das war schon schlimmer (ab 10 Grad bin ich dann der vorwurfsvolle Ball…).
Wenn ich ihr erzähle, daß es Leute gibt, die ihre Vögelchen mit ganzjährigem Freigang halten, wird sie alles abstreiten.
Sie würde vermutlich nur in Angoravollverpackung und kleinen Puschelstiefelchen vor die Tür gehen.

Winternotizen – 1

Alle Jahre wieder: die Gacker-AG veranstaltet eine außerordentliche Betriebsversammlung im Stalleingang.
„In DAS weiße Zeug sollen wir reintreten? Nie im Leben!“
„Sie behaupten, wir hätten das letztes Jahr auch gekonnt? Böswillige Unterstellung!“
Mal sehen, ob ich davon mal ein Beweisfoto hinkriege. Die Frühstückskörnchen wurden ausnahmsweise im Stall serviert, dann können sie ihre Konferenz in Ruhe abhalten.